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Verlorene Aufträge durch korrupte Mitbewerber? – 20 Prozent sagen „Ja“

In der „Bribe Payers Survey 2012“ von Transparency International spiegelt sich die Erfahrung von Unternehmern mit Korruption bzw. Korruptionsbekämpfung wider. Geschäftsleute halten vor allem branchenübergreifende Antikorruptions-Initiativen für wirksam, Regierungsmaßnahmen dagegen eher nicht.
Von Redaktion
11. September 2012

20 Prozent der österreichischen Geschäftsleute, die für den Bribe Payers Index 2012 befragt wurden, glauben, dass Bestechung durch korrupte Mitbewerber sie in den vergangenen zwölf Monaten Aufträge gekostet hat. „Österreich liegt damit zwar gleichauf mit Deutschland, jedoch deutlich hinter Großbritannien und der Türkei mit 17 bzw. 18 Prozent.“, so Eva Geiblinger, Vorstandsvorsitzende von Transparency International – Austrian Chapter (TI-AC).

Am besten schneidet Japan mit nur zwei Prozent ab, in Malaysia hingegen nahmen ganze 50 Prozent der Befragten an, wegen Bestechung Geschäfte verloren zu haben.

Nur zwölf Prozent halten Regierungsmaßnahmen für effektiv

Wenig erfreulich das Ergebnis bei der Frage nach der Effektivität von Regierungsmaßnahmen im Kampf gegen die Korruption: Nur zwölf Prozent der Befragten halten diese für effektiv. Dazu Eva Geiblinger: „Auch wenn das im Juni beschlossene Transparenzpaket einige Schritte in die richtige Richtung gesetzt hat, weist beispielsweise das neue ‚Anfütterungsverbot‘ von Amtsträgern nicht jene Strenge auf, wie sie 2008 vom Gesetzgeber beschlossen wurde. TI-AC wird verfolgen, ob diese und kommende Regierungsmaßnahmen taugliche Instrumente zur Korruptionsbekämpfung sind.“

Gesetze und Due Diligence wirksam gegen Korruption

Befragt, welche Antikorruptionsmaßnahmen sie für wirksam halten, sprach sich dennoch die Hälfte der Befragten für eine sinnvolle Antikorruptions-Gesetzgebung aus. Ebensoviele halten „Due Diligence“-Maßnahmen durch Geschäftspartner, Regierungen und Banken für eine wirksame Maßnahme, dicht gefolgt von investigativem Journalismus (47 Prozent). Am wenigsten Vertrauen haben die österreichischen Geschäftsleute zu internationalen Antikorruptions-Abkommen – nur 21 Prozent halten diese für wirksam.

Externe Antikorruptionsmaßnahmen_BPS_2012.jpg, © © Transparency International
Externe Antikorruptionsmaßnahmen_BPS_2012.jpg

„Dieses Ergebnis zeigt einerseits, dass der Wunsch nach einem starken Auftreten von Regierung und Privatsektor gegen Korruption vorhanden ist, und diesen Akteuren zugetraut wird, etwas zu bewirken – trotz der Kritik am Status quo. Andererseits zeigt sich, dass sich der laxe österreichische Umgang mit internationalen Konventionen, die zwar unterzeichnet, aber kaum umgesetzt wurden, auch in der Bevölkerung niedergeschlagen hat“, so Geiblinger.

Rechnungsprüfung beliebtestes Mittel gegen Korruption im Unternehmen

60 Prozent der Befragten halten genaue Rechnungsprüfung für eine äußerst effektive Maßnahme, die ihr eigenes Unternehmen gegen Korruption setzten kann, gefolgt von branchenübergreifenden Antikorruptions-Initiativen (56 Prozent) und der Aufnahme von Antikorruptions-Standards in die CSR-Agenda der Unternehmen (47 Prozent).
Die Umfrage für den Bribe Payers Survey wurde weltweit in 30 Ländern durchgeführt. In Österreich wurden 100 Geschäftsleute befragt.

Interne Antikorruptionsmaßnahmen_BPS_2012.jpg, © © Transparency International
Interne Antikorruptionsmaßnahmen_BPS_2012.jpg

Ergebnisse weltweit: www.transparency.org

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