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Studie zum Schutz geistigen Eigentums veröffentlicht

Mit dem Global Intellectual Property Index stellt die Kanzlei Taylor Wessing zum vierten Mal eine umfassende  Untersuchung zum Schutz von geistigem Eigentum in 36 bedeutenden Rechtsordnungen weltweit vor.
Von Redaktion
15. November 2013

Schutz und Management geistigen Eigentums sind bedeutende Werttreiber innovations- und technologie-basierter Unternehmen. Neue Technologien werfen dabei regelmäßig Fragen zum Schutz des geistigen Eigentums auf, die erheblichen Einfluss auf dahinterliegende Geschäftsmodelle haben können: Wie hoch ist das Schutzniveau geistigen Eigentums in Produktions-, aber auch Exportmärkten? Auf welche Weise können Unternehmen ihre werttreibenden Innovationen am effektivsten schützen? Wie hoch ist der Aufwand, den Unternehmen zum Schutz geistigen Eigentums betreiben sollten? Welche Rechtsordnungen gewähren weltweit den besten Schutz, in welchen Ländern sind Gefährdungen des Schutzes nicht auszuschließen?

Grundlage des Global Intellectual Property Index (GIPI) von Taylor Wessing sind die Ergebnisse von rund 14.000 Befragungen von Rechteinhabern und -nutzern. Ergänzt wurde die Untersuchung durch die Analyse von 74 objektiven Faktoren. Dazu zählt beispielsweise die Zahl der Patentanmeldungen als Ausdruck von Innovationskraft.

Das Ergebnis der Untersuchung ist ein Index, der die 36 untersuchten Länder in einer Rangordnung darstellt. Dabei werden die Rechtsordnungen sowohl in einer Gesamtwertung, aber auch in den Einzelkategorien Urheberrecht, Markenrechte, Patente, Gebrauchsmuster und Datenschutz bewertet.  

Die wichtigsten Ergebnisse

  • Die Top-Position hinsichtlich des Schutzniveaus der einzelnen Kategorien (Patente, Markenzeichen, Urheberrecht, Gebrauchsmuster und Datenschutz) teilen sich Großbritannien und Deutschland.
    Die EU-Mitgliedsstaaten sind in der Bewertung näher zusammengerückt als in den Vorjahren.

  • Neuseeland und Mexiko stehen mit einem Aufstieg um sechs, bzw. einem Abstieg um sieben Plätze, für die größten Veränderungen im Ranking.

  • Brasilien befindet sich mit Platz 31 in der Schlussgruppe der Rangliste. Angesichts der Fußballweltmeisterschaft 2014 und den Olympischen Spielen 2016 ist das aus Sicht von Markeninhabern ein Grund zur Sorge. Sie hoffen, dass das Land aufgrund der beiden Sportveranstaltungen den Wirtschaftsfaktor „Geistiges Eigentum“ künftig höher gewichten wird. Als Folge davon setzen die Befragten dabei auf staatliche Investitionen in die entsprechende Infrastruktur.

  • Singapur ist in der Rangliste um 30 Plätze gefallen. Der Stadtstaat rangiert nach dem Erlass seines umfassenden Datenschutzgesetzes am Ende der Datenschutz-Rangliste. Ein niedriges Ranking steht für strenge Datenschutzbestimmungen, mit denen entsprechende Beschränkungen für Unternehmen verbunden sind. 

  • Indien ist in allen Kategorien auffallend stark gefallen und bildet nun das Schlusslicht der Tabelle.

Die Topthemen

  • Nach wie vor wird stärker in geistiges Eigentum investiert: Über 60 Prozent der Befragten geben an, dass ihr Unternehmen über die letzten drei Jahre mehr Ressourcen für den Schutz geistigen Eigentums aufgewendet habe.

  • Die Effektivität des Schutzes in den jeweiligen Ländern hat aus Sicht der Befragten eine weitaus höhere Bedeutung bei der Bewertung als die Kosten: So rangieren die 10 topplatzierten Länder im Urheberrecht in der entsprechenden Kategorie Preis-Leistungsverhältnis auf den letzten 12 Plätzen der Rangliste.

  • Zweckdienlichkeit: 68 Prozent der Befragten betrachten die Regelwerke zum Schutz des geistigen Eigentums als veraltet. Sie mahnen Reformen an mit dem Ziel, dass die Gesetze mit den technischen Entwicklungen Schritt halten. Das ist eine deutliche Steigerung gegenüber 61 Prozent aus dem GIPI3 (veröffentlicht im Mai 2011). Befürworter von Reformen zielen dabei zunehmend auf grundlegende Änderungen der bestehenden Gesetze. Mit moderaten Anpassungen sei es nicht getan.

  • 3D-Drucktechnik: Die zunehmende Anwendung und die laufenden Verbesserungen in der 3D-Drucktechnik versprechen neue Chancen, bedeuten aber auch zunehmende Herausforderungen. Die Rufe nach umfassenden Gesetzesänderungen zum Schutz geistigen Eigentums werden, bedingt durch diese neue Technologie, immer lauter. 

  • Verbesserte EU-Harmonisierung: Im Gegensatz zum GIPI3, bei dem innerhalb der EU zunehmender Wettbewerb beim Schutz geistigen Eigentums zwischen den Einzelstaaten festgestellt wurde, ergibt der jetzt vorliegende GIPI den Eindruck  einer zunehmenden Harmonisierung zwischen den Einzelstaaten innerhalb der Gemeinschaft. Dies wird insbesondere auf die weitgehende Harmonisierung des europäischen Markenrechts, der Einführung des europäischen Einheitspatents sowie der Gründung des Europäischen Patentgerichts zurückgeführt.

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