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NaDiVeG: Studie deckt Mängel bei Nachhaltigkeits-Berichten auf

Eine aktuelle Studie der WU gemeinsam mit PwC Österreich zeigt, dass die österreichischen Unternehmen dem neuen Nachhaltigkeits- und Diversitätsverbesserungsgesetz (NaDiVeG) bis dato noch nicht ausreichend nachkommen.
Von Redaktion
07. Dezember 2017

Das Diversitätsverbesserungsgesetz (NaDiVeG) beinhaltet ab dem Geschäftsjahr 2017 die Berichtspflicht über „Nichtfinanzielle Belange“ für große Unternehmen in der EU.

Das verpflichtende Reporting bezieht sich dabei mindestens, aber nicht ausschließlich auf Umwelt-, Sozial- und Arbeitnehmerbelange, auf die Achtung der Menschenrechte sowie auf die Bekämpfung von Korruption und Bestechung. Das NaDiVeG gilt für große Kapitalgesellschaften, die Unternehmen von öffentlichem Interesse sind und am Bilanzstichtag im Durchschnitt mehr als 500 Mitarbeiter beschäftigen – in Österreich betrifft dies konkret zwischen 120 und 130 Unternehmen. Dabei müssen sowohl qualitative Informationen als auch quantitative Daten berichtet werden.

In der Studie „Nichtfinanzielle Berichterstattung – Fokus NaDiVeG“ des Instituts für Unternehmensrechnung und Revision der WU, die im gemeinsam mit PwC Österreich durchgeführt wurde, wurden 50 der berichtspflichtigen Unternehmen analysiert.

Es zeigt sich, dass zwar über Umwelt- und Arbeitnehmerbelange bereits umfassend berichtet wird, Themen wie Menschenrechten und Korruptionsbekämpfung aber noch kaum Beachtung finden.

Große Defizite

Die am häufigsten berichteten nichtfinanziellen Leistungsindikatoren kommen aus dem Arbeitnehmerbereich, mit Informationen zu Neuanstellungen und Mitarbeiterfluktuation sowie zu Berufsunfällen und Ausfalltagen. Bei Umweltbelangen wird zu den Themen Energieverbrauch und Treibhausgasemissionen am umfassendsten berichtet. Die Hälfte der analysierten Unternehmen veröffentlicht jedoch auch zu Umwelt und Arbeitnehmerbelangen noch keinerlei quantitative Indikatoren.

Sichtbar wird in der Studie auch, dass ATX-Unternehmen wesentlich transparenter berichten als Anleihen begebende Unternehmen. Große Lücken zeigen sich beim Thema Menschenrechte und Korruptionsbekämpfung: Lediglich ein Drittel der Unternehmen berichtet über Menschenrechte und nur die Hälfte greift das Thema Korruptionsbekämpfung in ihren Berichten auf. Nur 2 Prozent der Unternehmen veröffentlichen quantitative Indikatoren zu diesen Themenbereichen. Großen Aufholbedarf gibt es auch bei der verpflichtenden Berichterstattung zu Risiken und Due-Diligence-Prozessen, wozu nur ein Drittel der Unternehmen Stellung beziehen.

Externe Überprüfung fehlt vielfach

Neu ist auch, dass von nun an der Aufsichtsrat die nichtfinanziellen Informationen prüfen muss. Somit steigen die Anforderungen an die Qualität der Daten sowie an die dahinterliegenden Reporting-Prozesse. Allerdings verzichten Österreichs Unternehmen derzeit weitgehend auf eine externe Prüfung ihrer Nachhaltigkeitsdaten: Lediglich 28 Prozent holen sich Expertise von außen. Hier hinken die heimischen Unternehmen im internationalen Vergleich (67 Prozent) stark hinterher. In Deutschland und Holland, wo im Zuge der Studie ebenfalls Interviews geführt wurden, lassen nahezu alle großen Unternehmen ihre nichtfinanziellen Berichte durch Abschlussprüfer prüfen.

Über die Studie

Die Studie wurde von der WU gemeinsam mit PwC Österreichdurchgeführt. Sie analysierte die externe Berichterstattung von 50 NaDiVeG-pflichtigen Unternehmen in Österreich mit Stand 15. Juli 2017. Zu den analysierten Unternehmen zählen 35 ATX Prime-Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern und die 15 größten Anleihen begebenden, NaDiVeG-pflichtigen Unternehmen, sortiert nach Anzahl der Mitarbeiter. Im Rahmen der Studie wurden Nachhaltigkeitsberichte und Geschäftsberichte bzw. Integrierte Berichte untersucht.

(Quelle: WU Wien)

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