Navigation
Seiteninhalt

Kartell-Absprachen: Johnson & Johnson und Novartis zahlen Millionenstrafe

Die EU-Kommission hat Geldbußen von insgesamt 16 Mio. Euro gegen Johnson & Johnson und Novartis wegen Verzögerung der Markteinführung des generischen Schmerzmittels Fentanyl verhängt.
Von Redaktion
11. Dezember 2013

Die Europäische Kommission hat gegen die Pharmaunternehmen Johnson & Johnson (J&J, USA) und Novartis (Schweiz) Geldbußen von 10.798.000 Euro bzw. 5.493.000 Euro verhängt.

Im Juli 2005 hatten die niederländischen Tochtergesellschaften der beiden Unternehmen unter Verstoß gegen das EU-Kartellrecht vereinbart, die Markteinführung einer billigeren, generischen Version des Schmerzmittels Fentanyl in den Niederlanden zu verzögern. Fentanyl ist 100 Mal wirksamer ist als Morphin und kommt insbesondere bei der Behandlung von Krebspatienten zum Einsatz.

Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia sagte: „Die beiden Unternehmen haben Patienten, darunter krebskranke Menschen, in den Niederlanden auf skandalöse Weise eine billigere Version dieses Arzneimittels vorenthalten. Der heutige Beschluss dürfte Pharmaunternehmen dazu veranlassen, gründlich nachzudenken, bevor sie solche wettbewerbswidrigen Absprachen treffen, die Patienten und Steuerzahlern schaden.“

Fentanyl wurde ursprünglich von J&J entwickelt und seit den sechziger Jahren in unterschiedlichen Formen vermarktet. 2005 lief der für Fentanyl-Depotpflaster von J&J geltende Schutz in den Niederlanden aus, und die niederländische Novartis-Tochter Sandoz stand kurz vor der Markteinführung ihres generischen Fentanyl-Depotpflasters. Sie hatte sogar bereits das notwendige Verpackungsmaterial hergestellt.

Statt jedoch mit dem Verkauf des Generikums zu beginnen, schloss Sandoz im Juli 2005 mit Janssen-Cilag, der niederländischen Tochtergesellschaft von J&J, eine „Vereinbarung über gemeinsame Verkaufsförderung“. Diese enthielt große Anreize für Sandoz, nicht in den Markt einzutreten. So waren die vereinbarten monatlichen Zahlungen höher als die Gewinne, die sich Sandoz vom Verkauf seines Produkts versprach, solange kein Generikum auf den Markt kam. Sandoz bot deshalb sein Produkt nicht auf dem Markt an. Die Vereinbarung wurde im Dezember 2006 beendet, als die Markteinführung eines generischen Fentanyl-Pflasters durch ein Drittunternehmen unmittelbar bevorstand.

(Quelle: EU-Kommission)

Autoren

782_632_LN_Logo_RGB_Primary_Full-Color_Positive.jpg

Redaktion

Die LexisNexis Österreich & Compliance Praxis Redaktion versorgt Sie regelmäßig mit aktuellen News und Informationen aus der Compliance Welt. Unser Ziel ist es Ihre tägliche Arbeit bestmöglich zu u...