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BKA: Schäden durch Cybercrime nehmen zu

Die durch Internetkriminalität angerichteten finanziellen Schäden sind 2011 um 16 Prozent gestiegen. Das geht aus einem aktuellen Bericht des deutschen Bundeskriminalamtes hervor. Unternehmen bereiten sich auf Angriffe auf ihre IT-Systeme nicht ausreichend vor.
Von Redaktion
18. September 2012

Der durch Cybercrime-Delikte in Deutschland angerichtete Schaden ist im Jahr 2011 um 16 Prozent auf insgesamt 71,2 Mio. Euro gestiegen. 50 Mio. Euro entfallen auf Computerbetrug, die restlichen 21,2 Mio. Euro auf den Betrug mit Zugangsdaten zu Kommunikationsdiensten. Dabei ist die Zahl der erfassten Fälle im Jahresvergleich nahezu gleich geblieben.

Das zeigen das „Lagebild Cybercrime 2011“ des Bundeskriminalamtes (BKA) und aktuelle Umfragen des Hightech-Verbands „Bitcom“, die gestern in Berlin vorgestellt wurden.

Laut dem BKA-Lagebild bilden erneut die Fälle des Computerbetruges, wie beispielsweise das Phishing von Onlinebanking-Daten oder der Missbrauch von Kreditkartendaten, mit einem Anteil von 45 Prozent die größte Gruppe der Betrugsfälle. Auf den Plätzen folgen „Abfangen von Daten“, „Fälschung beweiserheblicher Daten“, „Betrug mit Zugangsberechtigungen zu Kommunikationsdiensten“ sowie „Datenveränderung/Computersabotage“.

Bedrohung Identitäts-Diebstahl

Eine wachsende Bedrohung für private Nutzer ist laut BKA der Diebstahl digitaler Identitäten. Bei der digitalen Identität handelt es sich um alle Arten von Nutzer-Accounts, also zum Beispiel um Zugangsdaten zu E-Mail-Postfächern, Onlinebanking- oder eBay-Konten. Die wohl bekannteste Variante des digitalen Identitätsdiebstahls ist das so genannte Phishing im Zusammenhang mit Onlinebanking.

Im Vergleich zum Jahr 2010 sind Delikte in diesem Bereich um 20 Prozent auf rund 6.500 Fälle gestiegen. Die durchschnittliche Schadenssumme betrug im Jahr 2011 rund 4.000 Euro pro Fall und insgesamt rund 25,7 Mio. Euro.

Unternehmen unterschätzen Cybercrime

Unternehmen sind von Cybercrime ebenso betroffen wie Privatanwender. 40 Prozent aller Unternehmen in Deutschland verzeichneten Angriffe auf ihre IT-Systeme, viele davon mehrmals. Ein Drittel hat bereits Erfahrungen mit dem Verlust von Daten gemacht. Allerdings hat fast die Hälfte der Firmen (45 Prozent) keinen Notfallplan für Datenverluste oder andere IT-Sicherheitsvorfälle. Das hat eine Bitkom-Umfrage unter 800 IT-Verantwortlichen ergeben.

Diese Ergebnisse bestätigt eine Befragung von Erwerbstätigen: Auch hier sagen 38 Prozent, dass es bei ihrem Arbeitgeber bereits Fälle von Computerkriminalität gegeben hat. Das Ergebnis sind Ausfälle der IT-Systeme, Beschwerden von Kunden oder Partnern sowie negative Medienberichte.

40 Prozent der Erwerbstätigen geben an, dass ihr Arbeitgeber keinerlei Vorgaben für den Umgang mit Computer und Smartphones macht oder ihnen diese nicht bekannt sind. 39 Prozent der Unternehmen sehen Angriffe von Hackern, Konkurrenten, Kriminellen oder ausländischen Geheimdiensten nicht als reale Gefahr.

Laut BKA ist das Anzeigeverhalten bei Cyber-Angriffen auf Unternehmen nach wie vor gering. Unternehmen fürchten sich vor Rufschädigung oder vertrauen nicht der Kompetenz der Sicherheitsbehörden.

(PM, KP)

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