15. April 2025
Cybersecurity/Cybercrime
Ex-Bundeskanzler Sebastian Kurz wandert mittlerweile auf anderen Pfaden, genauer gesagt auf Cybersecurity-Pfaden, mit seinem Unternehmen Dream. Das Cybersicherheits-Start-Up hat er gemeinsam mit seinem Geschäftspartner aus Israel, Shalev Hulio, gegründet. Dream soll Regierungen und Großunternehmen weltweit vor Cyberattacken schützen, indem es mithilfe von künstlicher Intelligenz und einem Large Language Model Schwachstellen in Netzwerken identifiziert. Das Unternehmen plant für die USA, Südamerika und Österreich (Wien) die Expansion. Kurz hält ca. 15 Prozent der Anteile. (Presse)
Kürzlich ließ das FBI mit beeindruckenden Zahlen aufhorchen: Mehr als 16 Milliarden Dollar konnten 2024 Betrüger:innen im Internet global von ihren Opfern erbeuten. Das entspricht einem Zuwachs von einem Drittel gegenüber 2023, vor allem verursacht durch Low-Tech-Betrug, etwa Online-Betrügereien, bei denen potenzielle Investor:innen um ihr Geld gebracht wurden, oder auf Mitarbeiter:innen von Unternehmen, die durch dubiose E-Mails dazu verleitet wurden, große Summen auf die Bankkonten von Kriminellen zu überweisen. Auch Betrug im Zusammenhang mit technischem Support und Liebesbeziehungen führte zu mehreren hundert Millionen Dollar, wie das FBI in seinem Bericht mitteilte. Die Zahlen ermittelte das Internet Crime Complaint Center des FBI, das sich zu einer wichtigen Anlaufstelle für Meldungen über digitalen Betrug und Hacking gemausert hat. Sie basieren auf fast 860.000 Beschwerden. (Presse)
Klarere Rollen und eine stärkere nationale Beteiligung an der Reaktion der EU auf Cyberkrisen stehen im Fokus der Vorschläge der EU-Mitgliedstaaten, während sie den von der EU-Kommission vorgeschlagenen "Blueprint on Cybersecurity Crisis Management" überprüfen. Ein großer Punkt ist der Aufgabenbereich von EU-CyCLONe, dem Cyberkrisenreaktionszentrum der EU, aber auch Leadership zum Zeitpunkt von möglichen Krisen sowie die Notwendigkeit realistischerer Zeitpläne und Kommunikationspläne. (MLEX)
EU-Regulierung/Digital Markets Act
Die EU hat Apple und Meta im Rahmen der ersten Durchsetzung ihres wegweisenden Gesetzes zum digitalen Wettbewerb, dem Digital Markets Act (DMA) mit einer Geldstrafe von insgesamt 700 Millionen Euro (797 Millionen US-Dollar) belegt. Während Apple 500 Millionen Euro zahlen soll, muss Meta (nur) eine Strafe von 200 Millionen Euro begleichen. Apple sieht das Vorgehen der EU-Kommission als unfair an: Das Unternehmen werde genötigt, Technologie kostenlos abzugeben. (Presse)
Künstliche Intelligenz
Lediglich ein Drittel der heimischen Unternehmen setzt bereits auf Künstliche Intelligenz und ein Großteil davon beschäftigt sich erst seit den letzten zwei Jahren damit. Der Rest wartet derzeit ab oder arbeitet an ersten Schritten. An klar definierten Zielen oder Plänen mangelt es, so eine aktuelle Umfrage des Unternehmensberaters EY unter 100 Führungskräften von KMUs in Österreich. Zwar werde KI in vielen Unternehmen eingesetzt, doch es gebe viel Luft nach oben. (Standard)
Datenschutz
Die französische Datenschutzbehörde CNIL hat jüngst eine Reihe von Maßnahmen veröffentlicht, welche die Sicherheit großer Datenbanken verbessern soll. Die wichtigsten Punkte lauten wie folgt: verbesserte Sicherheitsmaßnahmen, Multi-Faktor-Authentifizierung, die Einschränkung von Datenflüssen, regelmäßige Schulungen sowie die Überwachung von Subunternehmern. (MLEX)
Das Tech-Unternehmen Microsoft plant, die Kapazität seiner europäischen Datenzentren in den kommenden zwei Jahren um 40 Prozent auszubauen, da die Handelsspannungen zwischen der EU und den USA unter der Trump-Administration zunehmen. (MLEX)
Geldwäsche
Der Justizausschuss des Europaparlaments hat mehrheitlich für die Aufhebung der Immunität des AfD-Abgeordneten Petr Bystron gestimmt. Grund für die Entscheidung sind aktuelle Ermittlungen wegen des Verdachts auf Geldwäsche und Bestechlichkeit gegen Bystron. Schon Anfang April wurde seine Immunität in einem anderen Fall aufgehoben. Bystron bestreitet die Vorwürfe und geht davon aus, dass das Verfahren politisch motiviert sei. (Zeit)
Autoren
Mag. Christiane Jördens Bakk.
Mag. Christiane Jördens, Bakk. hat Publizistik und Kommunikationswissenschaft an der Uni Wien studiert und bereits während ihres Studiums begonnen als Redakteurin, Texterin und Model zu arbeiten. A...