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Umfrage: Hälfte der deutschen Aufsichtsräte fühlt sich unterbezahlt

BDO und „Der Aufsichtsrat“ erhoben ein Stimmungsbild unter Aufsichtsräten in Deutschland. Diesen bereitet die Frage nach der angemessenen Vorstandsvergütung vermehrt Kopfzerbrechen. Jeder zweite Aufsichtsrat fühlt sich nicht angemessen für seine Arbeit entschädigt.
Von Redaktion
15. Mai 2012

Stimmt die Vergütung der Mitglieder deutscher Aufsichtsräte und Vorstände mit ihren Aufgaben überein? Werden Leistung und Qualität der Kontrolleure angemessen gefördert? Diese und ähnliche Fragen wurden in der zehnten Panel-Befragung deutscher Aufsichtsräte gestellt. Wieder führten die Zeitschrift „Der Aufsichtsrat“ und die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft BDO die Umfrage durch.

Mit 57 Mitgliedern von Aufsichtsgremien blieb die Panel-Größe unverändert. Da mehrere Personen Mehrfachmandate in verschiedenen Unternehmen ausüben, repräsentiert die Befragung die Erfahrung aus 232 Gesellschaften, darunter 25 Unternehmen, die im Prime-Standard gelistet sind. Im Folgenden die interessantesten Ergebnisse der Studie.

Vergütungsfragen beschäftigen Aufsichtsrat stark

Die Festlegung der Vergütungshöhe und der Parameter für variable Bestandteile der Vorstandsvergütung, wie auch die Gewichtung der Kriterien Langfristigkeit und Nachhaltigkeit, zählen zu den meistdiskutierten Fragen im Aufsichtsrat: „Die aktuelle Vergütungsdebatte zeigt, dass neue, wegweisende Maßstäbe gesucht werden“, erklärt Panel-Initiator Arno Probst, Vorstandsmitglied bei BDO.

Eine intensivere Beschäftigung mit Fragen der Vorstandsvergütung führt für 71,4 Prozent der Aufsichtsräte zu deutlichen organisatorischen und/oder inhaltlichen Veränderungen ihrer Tätigkeit. Fast jeder Vierte berichtete von intensiven bis hin zu verkrampften oder sogar streitanfälligen Auseinandersetzungen.

Dies ist ein Grund dafür, dass deutlich mehr als die Hälfte der Befragten den Einsatz von Vergütungsberatern für ratsam hält.

Wann ist die Vorstandsvergütung angemessen?

Eine sehr deutliche Mehrheit (85,7 Prozent) ist davon überzeugt, dass eine unternehmensindividuelle Entwicklung von Maßstäben für die variablen Bestandteile am ehesten angemessene Vorstandsvergütungen sicherstellt. Weitere Stimmen halten eine intensive Vergütungsberatung im Aufsichtsrat und im vorbereitenden Ausschuss (73,2 Prozent) sowie eine intensive Diskussion unter Berücksichtigung der Leistungsbeschreibung und des Kosten-Nutzen-Verhältnisses für hilfreich (60,7 Prozent).

Mehrheitlich (51,9 Prozent) bezeichnen die Befragten die neu eingeführten „Say-on-Pay“-Abstimmungen zur Billigung des Vergütungssystems der Vorstandsmitglieder durch die Hauptversammlung als „überflüssig“.

Aufsichtsratsvergütung: Hälfte der Befragten hält Bezahlung für zu niedrig

Ernüchternd fällt die Einschätzung der Befragten zur Vergütung der Aufsichtsräte aus. Die Hälfte (50,9 Prozent) der Befragten hält die für die Überwachungstätigkeit gewährte Bezahlung für zu niedrig. „Dies ist ein Ergebnis, das zumindest die häufig diskutierte ‚Einkommensmotivation‘ von Überwachungsträgern in ein etwas anderes Licht stellen könnte“, kommentieren die Autoren der Studie.

In der Diskussion um eine „Frauenquote“ für Aufsichtsräte zeichnete sich ein uneinheitliches Stimmungsbild ab: Zwei Fünftel der Befragten sehen allein in der Qualifikation der Kontrolleure ein geeignetes Besetzungskriterium. Ein Fünftel votierte für die Förderung von Frauen ohne Quote. Zudem wird ein Mangel an Kandidatinnen beklagt.

(Quelle: BDO)

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