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Studie zu Compliance im Mittelstand: Defizite bei der Prävention

Eine neue Studie zeigt, dass in vielen Unternehmen kein wirksames Compliance-Management-System existiert. Auch die bestehenden Compliance-Funktionen weisen gravierende Schwächen auf.
Von Redaktion
11. Februar 2014

Insgesamt 1.637 Unternehmen des deutschen Mittelstands hat die Berliner Unternehmensberatung Agamon Consulting zum Thema Compliance Management System (CMS) befragen lassen. Das Ergebnis bewerten die Autoren der Studie, Eckart Achauer und Dieter Baumert, als ernüchternd. Agamon-Geschäftsführer Eckart Achauer: „Zwar beobachten wir insgesamt eine positive Entwicklung, dennoch verfügt noch immer rund ein Viertel der befragten Unternehmen nicht über ein institutionalisiertes CMS“.

Gefragt wurde in der Studie unter anderem nach dem Stand der Entwicklung, nach Maßnahmen zur Feststellung und Kontrolle von Compliance-Verstößen sowie nach geeigneten Vorsorgemaßnahmen. Deutliche Schwächen sind bei der Prävention zu sehen: Nur rund 25 Prozent haben ein Antikorruptionsprogramm eingerichtet oder führen turnusmäßig Sicherheitsüberprüfungen durch.

Auch bei der Einrichtung von Hinweisgebersystemen liegt der Mittelstand zurück: Weniger als die Hälfte der Unternehmen verfügt über ein sogenanntes „Whistleblowing-System“ zur (anonymen) Meldung von Fehlverhalten.

Ungeachtet der breiten medialen Berichterstattung über Betrugs- und Korruptionsfälle besteht vielerorts noch Skepsis gegenüber einem CMS. Als Hauptargument werden hohe Kosten (50 Prozent) und hoher Kontrollaufwand (37 Prozent) genannt.

Die Studie gibt einen aktuellen Überblick zum Status Quo des Compliance Managements im deutschen Mittelstand. Dabei erhält der Leser nach Angaben der Autoren Hinweise, wie eine Compliance-Organisation sinnvoll aufgebaut wird, gegen welche Delikte sich ein CMS primär richtet und welche Maßnahmen bei Verstößen eingeleitet werden.

Auch beschäftigt sich die Studie mit Trends bei der Entwicklung von Compliance-Management-Systemen. Eckart Achauer ist der Ansicht, dass in Zukunft die faktische Erfüllung regulatorischer Anforderungen nicht mehr ausreichend sein werde: „Vielmehr ist die psychologische und soziologische Bedeutung von Compliance bei den Maßnahmen zum Aufbau eines CMS in besonderem Maße zu berücksichtigen. Das erfordert ein verändertes Vorgehen, das eine breite Akzeptanz im Unternehmen schafft.“

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