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Schweizer Hochschule entwickelt Computerspiel gegen Korruption

Die Hochschule für Technik und Wirtschaft Chur hat ein Computerspiel zur Antikorruptionsschulung vorgestellt. Mitarbeiter sollen damit Bestechungssituationen simulieren, um sich für heikle Situationen im Alltag zu wappnen.
Von Redaktion
13. April 2014

Unternehmen und Institutionen müssen ihre Mitarbeitenden verstärkt zu den Risiken von korruptem Verhalten sensibilisieren und schulen. Um die Unternehmen dabei zu unterstützen, hat die Hochschule für Technik und Wirtschaft HTW Chur ein interaktives Schulungsinstrument entwickelt.

Realitätsnahe Szenarien

Mit Hilfe einer Computersimulation sollen die Schulungsteilnehmer dabei auf spielerische Weise die zahlreichen Facetten von Korruption kennenlernen und den Umgang mit Dilemma-Situationen üben. Die Simulation beruht auf einem realitätsgetreuen Szenario: Als Manager eines Schweizer Unternehmens sind die Teilnehmer in verantwortlicher Position am Bau eines neuen Spitals in einem Schwellenland beteiligt. Dabei werden ihnen laufend Knüppel vor die Füße geworfen. Es kommt zu Arbeitsrechtverstößen oder ein korrupter Beamter will geschmiert werden.

Mit einem straffen Zeitplan und einem engen Kostenrahmen im Hinterkopf müssen die Schulungsteilnehmer entscheiden, wie sie auf die Vorfälle reagieren. Dabei gilt es die entstehenden Zielkonflikte zu lösen, die wirtschaftlichen Interessen des Unternehmens zu wahren und sich gleichzeitig integer zu verhalten.

„All die unterschiedlichen Ansprüche unter einen Hut zu bringen, stellt für viele Fach- und Führungskräfte in ihrem Arbeitsalltag eine große Herausforderung dar“, erklärt Professor Christian Hauser, der das Schulungsinstrument mitentwickelt hat. Daher sei es wichtig, dass die Mitarbeiter den Umgang mit solchen Situationen im geschützten Rahmen eines Trainings üben können.

Hintergrund

Die Computersimulation ist Teil eines Schulungskonzeptes namens HONEST. Dieses wurde vom Schweizerischen Institut für Entrepreneurship SIFE der HTW Chur in Zusammenarbeit mit der Compliance-Abteilung der Siemens Schweiz AG und der Tata Interactive Systems AG entwickelt und von der Kommission für Technologie und Innovation KTI gefördert.

In die Entwicklung flossen die Erfahrungen von über 80 Fach- und Führungskräften Schweizer Unternehmen ein, die ihr Wissen im Rahmen von Interviews oder Fokusgruppen einbrachten. Neben der Simulation umfasst das Schulungsinstrument drei Rollenspiele zur Vertiefung der Handlungskompetenz sowie einen Seminarleitfaden für Trainer.

Den Entwicklern zufolge können das Schulungskonzept und die Simulation an Zielgruppe und Zeitbudget für eine Trainingsdurchführung angepasst werden. Dies ermögliche es z.B. auch kleinen und mittleren Unternehmen, ihre Mitarbeitenden zum Thema Korruptionsprävention zu schulen, heißt es in einer Aussendung.

(Quelle: HTW Chur)

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