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Rechtsstreit: Kärcher klagt US-Mitbewerber Tennant

Der deutsche Hersteller von Hochdruckreinigern, Kärcher, hat seinen amerikanischen Konkurrenten Tennant wegen „irreführender“ Werbeaussagen verklagt. Tennant setzt bei seinen Geräten auf „aktives Wasser“ statt Chemiereiniger.
Von Redaktion
03. Oktober 2011

Kärcher hat Anfang September in Deutschland, Belgien und Großbritannien juristische Schritte gegen mehrere Werbeaussagen von Tennant eingeleitet, insbesondere gegen die Behauptung, normales Leitungswasser könne in Scheuersaugmaschinen in „aktives Wasser“ verwandelt werden, das dann wie ein kräftiges Reinigungsmittel wirke.

Die sogenannte „ec-H2O-Technologie“ erzeuge, ohne Zusatz von Reinigungsmitteln einen „eigenen starken Reiniger“, weshalb kein Allzweckreiniger mehr gekauft werden müsse, so die beanstandete Werbebotschaft des US-Unternehmens.

Diese Behauptungen, so Kärcher, seien von einem unabhängigen Institut wissenschaftlich überprüft und in einem aufwändigen Gutachten widerlegt worden.

„Aktives Wasser“ von Kunden für gut befunden

Tennant-CEO Chris Killingstad ließ in einer Stellungnahme wissen, dass sein Unternehmen die ec-H2O-Technologie und ihre Bewerbung „energisch“ gegen die „unbegründeten“ Klagen verteidigen werde. Die Wirksamkeit der Methode sei „in Laboratorien und in der Praxis“ bestätigt worden.

Die Kärcher-Studie weise wissenschaftliche Defizite auf und gehe von unrealistischen Bedingungen aus. Zudem sei die umweldfreundliche Technologie – das Wasser wird dabei laut Tennant durch elektrischen Strom in saure und basische Bestandteile zerlegt – seit drei Jahren im Einsatz und sei von den Kunden angenommen worden.

„Wissenschaftliche Fakten ignoriert“

Hartmut Jenner, Vorsitzender der Geschäftsführung der Kärcher-Gruppe, antwortet auf die Stellungnahme des Mitbewerbers mit dem Vorwurf der Unwissenschaftlichkeit: "Tennant spricht in seiner Stellungnahme von allem Möglichen, scheut  aber wie bereits in der Vergangenheit die wissenschaftliche Auseinandersetzung. Wir hätten es begrüßt, wenn Tennant sich mit den Inhalten des Gutachtens eines renommierten Sachverständigen befasst hätte. In den anstehenden Verfahren wird Tennant dies jedoch tun müssen.“

Außerdem verweist Jenner auf Unterstützung für die Klage aus der Branche: „Auch viele Unternehmen der Branche, die nicht im Wettbewerb zu Tennant stehen, unterstützen unsere Initiative vorbehaltlos und haben ebenso wie wir fundierte Gutachten erstellen lassen, die zu demselben Ergebnis kommen. In zeitintensiven Versuchen haben wir alle exakt nachgewiesen, dass mit dem von Tennant beworbenen Verfahren nicht besser als mit gewöhnlichem Leitungswasser gereinigt werden kann. Wir sind also sehr gut vorbereitet und sehen der gerichtlichen Auseinandersetzung gelassen entgegen.“

Als ersten Erfolg wertet Kärcher, dass Tennant die angefochtenen Werbeaussagen inzwischen abschwächt habe. So sei auf der Homepage und in der Stellungnahme nicht mehr davon die Rede, dass aktiviertes Wasser „wie ein kräftiges Reinigungsmittel“ wirke.

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