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Online-Daten: Freigebigkeit & Sorgen

Drei von vier Europäern akzeptieren die Preisgabe persönlicher Daten als etwas Alltägliches, sind zugleich jedoch besorgt darüber, wie Unternehmen – einschließlich Suchmaschinen und soziale Netze – mit ihren Angaben umgehen. Zu diesem Schluss kommt eine aktuelle Umfrage.
Von Redaktion
17. Juni 2011

Die Eurobarometer-Umfrage wurde im Vorfeld zur Reform der EU-Datenschutzvorschriften durchgeführt. Mit der Reform sollen die Daten des Einzelnen in allen Bereichen einschließlich bei der Strafverfolgung geschützt, gleichzeitig der bürokratische Aufwand für Unternehmen vermindert und der freie Verkehr von Daten in der EU gewährleistet werden. Die EU-Kommission beabsichtigt, entsprechende Vorschläge bis Ende des Jahres vorzulegen.

60 Prozent der Internetnutzer geben Daten preis

Die Umfrage zeigt, dass 60 Prozent der Europäer, die das Internet nutzen (40 Prozent aller EU-Bürger), Waren online kaufen oder verkaufen und an soziale Netze angeschlossen sind. Menschen geben auf den entsprechenden Websites persönliche Daten preis, darunter biografische (fast 90 Prozent), soziale (fast 50 Prozent) und sensible (fast 10 Prozent) Informationen. 70 Prozent äußern sich besorgt darüber, wie Unternehmen mit diesen Daten umgehen, und denken, dass sie – wenn überhaupt – lediglich eine eingeschränkte Kontrolle über ihre eigenen Daten haben. 74 Prozent wollen die Erhebung und Verarbeitung ihrer Daten im Internet von ihrer vorherigen ausdrücklichen Einwilligung abhängig machen.

Das Kernprinzip der EU-Datenschutzvorschriften besteht darin, dass Nutzer der Verwendung ihrer Daten im Voraus zustimmen müssen. Diese Informationen können nicht ohne Zustimmung des Nutzers weitergegeben werden und dürfen von Unternehmen ausschließlich zum vereinbarten Zweck verwendet werden.

Angst vor Betrug und Datenmissbrauch

Am meisten befürchten Nutzer, dass sie beim Online-Einkauf einem Betrug zum Opfer fallen (55 Prozent der Befragten), dass Informationen ohne ihr Wissen in sozialen Netzen verwendet werden (44 Prozent) und Unternehmen Daten ohne ihre Zustimmung austauschen (43 Prozent).

Was den Schutz persönlicher Daten betrifft, setzen die Bürger ihr Vertrauen eher in öffentliche Behörden wie Krankenhäuser (78 Prozent), Regierungen (70 Prozent) und EU-Einrichtungen (55 Prozent) als in Privatunternehmen wie Warenhäuser (39 Prozent), Internetanbieter (32 Prozent) und Onlinedienste (22 Prozent).

42 Prozent verwenden bestehende Tools und Strategien, um sich unerwünschter E-Mails zu erwehren, 23 Prozent ändern die Sicherheitseinstellungen ihres Browsers. Demzufolge dürften sich Nutzer nicht angemessen um die Sicherheit ihrer persönlichen Daten im Internet kümmern, wenn einfache Tools nicht zur Verfügung stehen oder kompliziert sind.

Bedenken eher bei älteren Nutzern groß

58 Prozent der Internetnutzer lesen Datenschutzerklärungen online, wobei diese nicht von allen verstanden werden. Insgesamt 62 Prozent der Nutzer lesen sie nicht, können sie nicht finden, nehmen sie nicht zur Kenntnis oder verstehen sie nicht. Wenn Nutzer sie lesen, gehen sie vorsichtiger mit ihren Daten um. Eines der Hauptanliegen der Datenschutzreform ist es, die Vorschriften so zu stärken, dass Diensteanbieter ihre Dienste transparenter gestalten (z. B. Angaben machen, welche Daten zu welchen Zwecken erhoben und weiterverarbeitet und wo bzw. wie sie gespeichert werden) und angemessene Sicherheitsmaßnahmen ergreifen.

Schließlich lassen sich anhand der Umfrage beträchtliche Unterschiede hinsichtlich der Einstellung zur Preisgabe persönlicher Daten ausmachen: Jüngere Menschen sehen diese entspannter als die ältere Generation und haben weniger datenschutzrechtliche Bedenken.

Quelle: EU-Kommission

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