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Kommission prüft Übernahme von GrandVision durch EssilorLuxottica

Die EU-Kommission befürchtet, dass der Zusammenschluss von GrandVision und EssilorLuxottica den Wettbewerb auf dem Großhandelsmarkt für Brillengläser und Brillengestelle sowie auf dem Einzelhandelsmarkt für augenoptische Produkte verringern könnte.
Von Redaktion
11. Februar 2020

Im Rahmen der geplanten Fusion würden sich zwei führende Unternehmen der Optikbranche zusammenschließen. EssilorLuxottica ist mit bekannten Marken wie Ray-Ban und Oakley europa- und weltweit der führende Anbieter von Brillengläsern und ‑gestellen. Darüber hinaus ist EssilorLuxottica, insbesondere im Vereinigten Königreich und in Italien, auch im Einzelhandel tätig. GrandVision ist ein weltweit operierender Augenoptik-Einzelhändler, der einige der größten Optikerketten in Europa wie GrandOptical und Pearle betreibt. EssilorLuxottica verkauft seine Produkte an Augenoptik-Einzelhändler wie GrandVision, die diese an Endkunden weiterverkaufen.

Vorläufige wettbewerbsrechtliche Bedenken der Kommission

Eine erste Marktuntersuchung der Kommission gab Anlass zu verschiedenen Bedenken, insbesondere hinsichtlich der Kombination der starken Stellung von EssilorLuxottica auf dem Großhandelsmarkt für augenoptische Produkte (vor allem Brillengläser und -gestelle) und der starken Marktposition von GrandVision auf dem Einzelhandelsmarkt für diese Produkte.

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt befürchtet die Kommission, dass das Vorhaben zu einer Beeinträchtigung des Wettbewerbs auf den Einzelhandelsmärkten für augenoptische Produkte führen könnte. Im Rahmen ihrer eingehenden Untersuchung wird die Kommission insbesondere prüfen,

  1. ob EssilorLuxottica seine starke Präsenz auf dem Markt für Brillengläser und -gestelle nutzen wird, um die Preise zu erhöhen oder die Lieferbedingungen für konkurrierende Einzelhändler von GrandVision zu verschlechtern,

  2. welche Auswirkungen die Zusammenführung der Einzelhandelstätigkeiten von EssilorLuxottica und GrandVision haben wird, und zwar insbesondere in den Ländern und Gebieten, in denen die beiden Unternehmen derzeit miteinander im Wettbewerb stehen, und

  3. ob das aus dem Zusammenschluss hervorgehende Unternehmen den Zugang konkurrierender Anbieter von Brillengläsern und -gestellen zum größten Vertriebsnetz für augenoptische Produkte in Europa, den GrandVision-Optikfachgeschäften, beschränken könnte, die eine wichtige Absatzmöglichkeit für konkurrierende Anbieter darstellen.

Die Kommission wird untersuchen, ob derartige Veränderungen der Wettbewerbslandschaft in der Optikbranche negative Auswirkungen auf den Wettbewerb haben und somit z. B. zu höheren Preisen oder zu einer geringeren Auswahl an augenoptischen Produkten für die Endkunden führen könnten.

Das Vorhaben wurde am 23. Dezember 2019 bei der Kommission zur Genehmigung angemeldet. EssilorLuxottica und GrandVision haben während des Vorprüfverfahrens keine Verpflichtungszusagen unterbreitet, um die vorläufigen Bedenken der Kommission auszuräumen. Die Kommission muss nun innerhalb von 90 Arbeitstagen, also spätestens am 22. Juni 2020, einen Beschluss erlassen. Das eingehende Prüfverfahren wird ergebnisoffen geführt.

(Quelle: EU-Kommission)

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