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Günstlingswirtschaft in Asien: JPMorgan büßt mit 264 Mio. US-Dollar

In Asien vermittelte JPMorgen gut dotierte Jobs im eigenen Haus an Verwandte und Freunde einflussreicher Beamter oder Klienten. Für diese systematische Bestechung im Ausland muss die amerikanische Großbank nun teuer bezahlen.
Von Redaktion
22. November 2016

Die US-Börsenaufsichtsbehörde SEC (Securities and Exchange Commission) hat mit JPMorgan Chase & Co. einen Vergleich über 130 Mio. US-Dollar (ca. 122 Mio. Euro) geschlossen. Die Großbank soll in Asien Amtsträger bestochen haben, um Geschäftsabschlüsse an Land zu ziehen. Dafür wurden Verwandten und Freunden der Beamten Jobs und Praktika in dem Institut zugeschanzt.

Weiter muss JP Morgan Strafen von 72 Mio. USD an das Justizministerium und 61,9 Mio. USD an das Zentralbankdirektorium entrichten. Insgesamt büßt JPMorgan wegen Verstößen gegen das US-amerikanische Gesetz zur Bekämpfung von Auslandsbestechung (FCPA) mit 264 Mio. USD (ca. 250 Mio. EUR).

Nach Erkenntnissen der SEC hat die Bank in Asien ein eigenes Programm zur Personalsuche eingeführt, das parallel zum normalen Einstellungsprozess verlief. Anders als über den offiziellen Weg wurden über diese Schiene gut bezahlte Stellen und Praktika an Kinder, Verwandte oder Freunde einflussreichen Beamter oder guter Kunden vergeben.

Über einen Zeitraum von sieben Jahren nahm das Institut auf „Empfehlung“ ausländischer Funktionsträger rund 100 Praktikanten und Vollzeitmitarbeiter auf, deren Anstellung der Bank über 100 Mio. USD an Gewinnen bescherten.

„JPMorgan hat im Rahmen eines systematischen Bestechungssystems Kinder von Beamten eingestellt, die in der Regel für die zugewiesenen Positionen unqualifiziert waren“, so Andrew J. Ceresney von der SEC. „Mitarbeiter von JPMorgan wussten, dass die Firma möglicherweise gegen den FCPA verstieß, setzten das dubiose Anwerbeprogramm aber fort, weil die Neuabschlüsse mit den Klienten als zu lukrativ erachtet wurden.“

Offenbar erstellten Investmentbanker bei JPMorgan sogar eigene Kalkulationstabellen, die protektionierte neue Mitarbeiter und die durch sie lukrierten Gewinne einander gegenüberstellten. Das interne Kontrollsystem war laut SEC so schwach ausgebildet, dass die Bank keinen einzigen der von Klienten oder Beamten „empfohlenen“ Mitarbeiter ablehnte.

(Quelle: SEC)

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