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Deloitte-Studie: Compliance Management in der Bau- und Immobilienwirtschaft

Compliance hat in der Bau- und Immobilienwirtschaft aufgrund branchenspezifischer Risiken einen sehr hohen Stellenwert. Zu diesem Schluss kommt Deloitte nach einer Umfrage unter 85 deutschen Unternehmen aus der Branche.
Von Redaktion
15. Juni 2012

Die Deloitte-Studie „Compliance-Management in der Bau- und Immobilienwirtschaft“, zeigt, dass knapp zwei Drittel aller Unternehmen bereits eine oder mehrere Compliance-Risikoanalysen durchgeführt hat. Betriebe mit weniger als 50 Mitarbeitern haben in Sachen Compliance noch Aufholbedarf. Ein Fünftel der Unternehmen hat eine eigene Abteilung für das Compliance-Management.

Die größten Risikofaktoren

60 Prozent der Befragten haben bereits eine Compliance-Risikoanalyse durchgeführt. Die größten Compliance-Risiken in der Branche leiten sich nach übereinstimmender Meinung aus den folgenden drei Faktoren ab:

  • den hohen Einzelvolumina je Geschäftsvorfall,

  • der geringen Anzahl Beteiligter sowie

  • den in der Regel langjährigen Geschäftsbeziehungen.

Die höchste Relevanz von systematischem Compliance-Management sehen die Befragten beim Immobilienankauf und bei der Auftragsvergabe, weniger im Bereich Vermietung und Personal. Auch kommt dem Risikomanagement eine hohe Bedeutung in Bezug auf das Compliance-Management zu.

Den größten externen Einfluss auf die Compliance Policy der Unternehmen haben Gesetzgeber, die Gesellschaft allgemein und Eigenkapitalgeber. Dabei sehen sich die Unternehmen in Compliance-Fragen einem verstärkten Druck seitens des Gesetzgebers und Öffentlichkeit ausgesetzt.

Weitere zentrale Ergebnisse der Studie:

  • Rund zwei Drittel der Studienteilnehmer haben eine Grundwertevereinbarung, circa 80 Prozent zudem spezifische Verhaltensrichtlinien formuliert.

  • 40 Prozent nützen systematische und turnusmäßige Compliance-Kommunikationsinstrumente.

  • 60 Prozent, darunter vor allem kleinere Unternehmen, leiten keinerlei Compliance-Informationen an Dritte weiter.

  • Bei der Personalauswahl berücksichtigt ein Drittel Compliance-relevante Kriterien.

  • 37 Prozent der befragten Unternehmen haben anonyme Hinweisgebersysteme (Whistleblowing-Systeme) eingeführt.

  • Jedes zweite Unternehmen hat einen Compliance-Beauftragten, weitere 16 Prozent wollen einen benennen. Für kleinere Unternehmen liegen die Werte deutlich niedriger.

  • Ein Fünftel der Unternehmen verfügt über eine eigene Compliance-Abteilung.

  • Über die Hälfte nutzt bereits oder plant ein institutionalisiertes Compliance-System zu installieren.

„Die Bau- und Immobilienwirtschaft ist sich der steigenden Compliance-Management-Anforderungen sehr bewusst – und ist zu mittelständischen Unternehmen anderer Branchen in vielerlei Hinsicht besser aufgestellt. Die Studie zeigt, dass das allgemeine Verständnis hierzu deutlich über die Einhaltung gesetzlicher Regelungen hinausgeht und der Einbettung in den Kontext einer wert- und werteorientierten sowie nachhaltigen Unternehmensführung bedarf“, kommentiert Rolf Künemann, Director im Bereich Real Estate bei Deloitte, die Ergebnisse der Befragung.

Den kompletten Report können Sie hier herunterladen:

(PM, kp)

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