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Bundeskartellamt wirft Deutscher Post Marktmissbrauch vor

Das Bundeskartellamt hat ein Missbrauchsverfahren gegen die Deutsche Post eingeleitet. Anlass dafür sind Beschwerden unabhängiger Briefdienstleister. Sie werfen dem weltweit größten Postunternehmen vor, den Wettbewerb auf dem Briefdienstleistungsmarkt zu behindern.
Von Redaktion
06. November 2012

Der Vorwurf richte sich dagegen, dass die Preise, die die Deutsche Post von Großkunden für die Versendung von Briefen verlangt, nicht kostendeckend seien, erklärt Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes: „Wir prüfen nun in dem Verfahren, ob die Deutsche Post durch eine Kampfpreisstrategie versucht, Wettbewerber aus dem Markt zu drängen oder fernzuhalten. Sollte sich dieser Verdacht erhärten, könnte dies einen Missbrauch ihrer marktbeherrschenden Stellung bedeuten.“

Betroffen ist laut Bundeskartellamt nicht das von der Bundesnetzagentur genehmigte Porto, das Verbraucher oder kleine und mittlere Unternehmen für die Versendung von Briefen zahlen, sondern die rabattierten Preise für Großversender wie Banken, Krankenkassen oder Telekommunikationsunternehmen. Im Rahmen des nunmehr eingeleiteten Verfahrens hat das Bundeskartellamt Fragebögen an eine Reihe von solchen Großversendern verschickt.

In Deutschland gibt es bislang im Briefversand wenig Konkurrenz. Seit Anfang 2008 hat die Post zwar keine Exklusivlizenzen mehr, in der Theorie herrscht seitdem freier Wettbewerb. In der Praxis werden jedoch immer noch bis zu 90 Prozent aller Briefe von der Deutschen Post zugestellt.  

(Quelle: Bundeskartellamt/ KP)

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