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Brüssel legt Aktionsplan für „grünes“ Finanzwesen vor

Die Europäische Kommission hat ihre Strategie für ein Finanzsystem vorgestellt, das den Klimaschutz und eine nachhaltige Entwicklung stärker unterstützen soll.
Von Redaktion
09. März 2018

Die Europäische Kommission hat am Donnerstag einen Fahrplan vorgelegt, mit dem die Rolle des Finanzsektors bei der Verwirklichung einer gut funktionierenden Wirtschaft, in der aber auch umwelt- und sozialpolitische Ziele umgesetzt werden, gestärkt werden soll.

Der Aktionsplan für ein nachhaltiges Finanzwesen ist Teil der Bemühungen der Kapitalmarktunion, Finanzfragen und die spezifischen Erfordernisse der europäischen Wirtschaft zum Nutzen von Umwelt und Gesellschaft miteinander zu verknüpfen.

Er ist laut Brüssel auch ein wichtiger Schritt bei der Umsetzung des Übereinkommens von Paris zum Klimaschutz und der EU-Agenda für nachhaltige Entwicklung.

Kernpunkte des Aktionsplans

Die Kommission schlägt in ihrem Fahrplan Arbeiten und Maßnahmen vor, die alle einschlägigen Akteure des Finanzsystems einbeziehen. Diese Maßnahmen beinhalten

  • die Festlegung einer gemeinsamen Sprache für das nachhaltige Finanzwesen, d. h. ein einheitliches EU-Klassifikationssystem (oder Taxonomie). Hierin werden der Begriff der Nachhaltigkeit festgelegt und die Bereiche genannt, in denen nachhaltige Investitionen größtmögliche Wirkung entfalten können.

  • die Schaffung eines EU-Kennzeichens für „grüne“ Finanzprodukte auf der Grundlage dieses EU-Klassifikationssystems: So können Investoren leicht erkennen, welche Investitionen den Kriterien der Umweltfreundlichkeit oder Emissionsarmut genügen.

  • die Klärung der Pflicht von Vermögensverwaltern und institutionellen Anlegern, das Kriterium der Nachhaltigkeit bei den Investitionsabläufen zu berücksichtigen und die Offenlegungsvorschriften zu stärken.

  • die Auflage für Versicherungsunternehmen und Wertpapierfirmen, ihre Kunden entsprechend ihren Nachhaltigkeitspräferenzen zu beraten.

  • die Einbeziehung der Nachhaltigkeit in die Aufsichtsvorschriften: Banken und Versicherungsunternehmen sind eine wichtige Fremdfinanzierungsquelle für die europäische Wirtschaft. Die Kommission wird, sofern dies aus der Risikoperspektive gerechtfertigt ist, die Machbarkeit einer erneuten Feinabstimmung der Kapitalanforderungen von Banken für nachhaltige Investitionen (den so genannten „green supporting factor“) prüfen und dabei darauf achten, dass die Finanzstabilität gewahrt bleibt.

  • eine größere Transparenz der Unternehmensbilanzen: die Kommission schlägt vor, die Leitlinien für nichtfinanzielle Informationen stärker an die Empfehlungen der Task Force „Klimabezogene Finanzinformationen“ (TCFD) des Finanzstabilitätsrats anzugleichen.

 (Quelle: EU-Kommission)

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