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Bribe Payers Index 2011: Chinesen und Russen bestechen am häufigsten

Bei Geschäften von Unternehmen im Ausland kommt es regelmäßig zu Bestechung von Amtsträgern. Das zeigt der heute veröffentlichte Bestechungszahlerindex (Bribe Payers Index, BPI) von Transparency International.
Von Redaktion
02. November 2011

Der BPI listet 28 führende Exportnationen (Österreich ist nicht dabei) nach der Neigung ihrer Unternehmen auf, Bestechungszahlungen im Ausland zu leisten. Hierzu wurden über 3.000 Führungskräfte von Unternehmen aus Industrie- und Schwellenländern befragt. Firmen aus Russland und China, die 2010 120 Milliarden US-Dollar im Ausland investierten, liegen am unteren Ende der Rangliste. Die Niederlande, die Schweiz und Belgien finden sich an der Spitze des BPI – ihre Unternehmen neigen am wenigsten dazu, im Ausland zu bestechen.

Schäden durch Bestechung

Laut Umfrage zum BPI bestechen Unternehmen Amtsträger im Ausland, um bei öffentlichen Ausschreibungen bevorzugt zu werden, Gesetze zu umgehen, Prozesse zu beschleunigen oder die Politik direkt zu beeinflussen.

Erstmalig wurde auch die Bestechung von privat zu privat, das heißt von Unternehmen untereinander, untersucht. Korruption ist hier ebenso verbreitet und somit nicht nur ein Problem in Politik und Verwaltung, sondern auch im Wirtschaftssektor selbst. Die Risiken, die Unternehmen durch Bestechung eingehen sind hoch. Neben finanziellen Einbußen durch Strafzahlungen beschädigen öffentlich gewordene Korruptionsdelikte oft nachhaltig die Reputation des Unternehmens.

„Bestechung scheint weiterhin gang und gäbe bei zu vielen Unternehmen im Ausland zu sein. Dabei ziehen sich Bestechungspraktiken durch alle Geschäftsbeziehungen, nicht nur mit Blick auf Amtsträger. Unternehmen, denen es nicht gelingt, Bestechung in ihren Lieferketten zu verhindern, laufen Gefahr, für die Vergehen ihrer Angestellten und Geschäftspartner strafrechtlich belangt zu werden“, kommentierte die Vorsitzende von Transparency International, Huguette Labelle, den BPI.

Bau und Energie-Branche besonders korruptionsanfällig

Der BPI 2011 untersuchte auch die relative Wahrscheinlichkeit aktiver Bestechung in 19 verschiedenen Wirtschaftssektoren. Dabei schnitten Unternehmen aus dem Bausektor in der Umfrage am schlechtesten ab. Auch der Öl- und Gassektor ist besonders hohen Korruptionsrisiken ausgesetzt. In Nigeria, einem der rohstoffreichsten Länder, mussten Unternehmen in den Jahren 2010 und 2011 wegen der Bestechung von Amtsträgern Strafzahlungen von insgesamt 3,2 Milliarden US-Dollar leisten.

Nähere Informationen sowie Details zum Ranking finden Sie unter http://bpi.transparency.org.

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