Navigation
Seiteninhalt

Wettbewerb: Studie zu WhatsApp & Co.

Die BWB und RTR arbeiten im Bereich Monitoring von digitalen Plattformen enger zusammen. Die RTR präsentierte nun eine umfassende Studie zu „Monitoring Interpersonelle Kommunikationsdienste mit Fokus auf Instant Messaging“.
Von Redaktion
23. Dezember 2020

Die BWB und der Fachbereich „Telekommunikation und Post der Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH (RTR)“ kooperieren seit November 2019 verstärkt im Bereich Entwicklung eines wettbewerblichen Monitoringsystems für digitale Plattformen. Darunter fallen beispielsweise Sprach- und Messaginganwendungen, Sprachassistenten, Betriebssysteme und App-Stores oder Browser.

Nach der Veröffentlichung des Methodenpapiers im Mai 2020 hat die RTR den Bericht zu „Interpersonelle Kommunikationsdienste mit Fokus auf Instant Messaging“ unter Einbindung der BWB veröffentlicht.

Ergebnisse der Analyse

Wenig überraschend hat die Analyse ergeben, dass WhatsApp der Marktführer in Österreich ist. Dem Dienst Facebook Messenger kommt ebenfalls eine große Bedeutung zu. Snapchat, Skype, iMessage oder Telegram weisen eine geringere Bedeutung in Österreich auf.

Viele Kunden haben die genannten Dienste parallel am Smartphone installiert und in Verwendung. Dies wird auch als „Multi Homing“ bezeichnet, welches den Wettbewerb und dadurch Innovationen fördert.

Weitere Erkenntnisse der Studie sind:

WhatsApp ist für viele Nutzer ein „Must-Have“ und marktmächtig.
Aufgrund der hohen Verbreitung (Reichweite) werden u.a. Gruppenunterhaltungen überwiegend über diesen Dienst geführt. Derzeit liegen keine Hinweise darüber vor, dass WhatsApp gegenüber anderen Marktteilnehmern diese Marktmacht ausnutzt.

Instant Messaging ist ein Teil von Ökosystemen und dienen zur Datensammlung
Für Ökosysteme wie bspw. Facebook können die Dauer und Häufigkeit der Nutzung und das Beobachten des Verhaltens der Nutzer für nachgefragte personalisierte Werbung relevant sein.

Weniger Wettbewerbsdruck für Facebook durch WhatsApp Übernahme
Instant Messaging wird aus strategischen Gründen betrieben. Es ließ sich in Österreich beobachten, dass der Rückgang der Nutzungsdauer auf Facebook gleichzeitig mit einem Anstieg bei WhatsApp erfolgte. Aus Erfahrungen in anderen Ländern zeigte sich auch, dass sich führende Instant Messaging Dienste wie bspw. LINE, WeChat oder Kakaotalk in Asien deutlich schneller zu einer Plattform mit einer Vielzahl an Funktionen entwickelte, als dies für WhatsApp der Fall war. Die strategischen Beweggründe sollten im Rahmen der ökonomischen Schadenstheorie stärker berücksichtigt werden.

Übertragung der Marktmacht in andere Märkte möglich
Durch die hohe Reichweite und hohe Nutzungsintensität von WhatsApp kann die Übertragung der Marktmacht, etwa in Form einer Koppelung von verschiedenen Diensten zur raschen Etablierung eines neuen Dienstes führen. Ein Beispiel könnten neue Apps für Zahlungssysteme auf dem Smartphone sein.

Wahlmöglichkeit für Endnutzer sind zu hinterfragen
Die Einwilligung zur den Datenverarbeitungsbedingungen muss grundsätzlich freiwillig erfolgen. Zu hinterfragen ist, ob durch die Marktmacht von WhatsApp, Nutzer überhaupt eine Wahlmöglichkeit haben.

Instant Messaging schaffen Vorteil für Konsumenten
Die Nachfrage für Kommunikationsdienste stieg in den letzten Jahren enorm an. Diese sind heutzutage ein wesentlicher Teil der sozialen Interkationen. Für Konsumenten fallen hierfür keine direkten Kosten für die Nutzung dieser Dienste an.

Quelle: BWB

Autoren

Redaktion

Die LexisNexis Österreich & Compliance Praxis Redaktion versorgt Sie regelmäßig mit aktuellen News und Informationen aus der Compliance Welt. Unser Ziel ist es Ihre tägliche Arbeit bestmöglich zu u...