27. November 2024
EU-Regulierung
Auf Druck durch die EU (Digital Markets Act/DMA) soll sich die Suche über Google nun erneut ändern: In Zukunft sollen gleichförmige Kacheln Nutzer:innen die Option geben, zwischen Preisvergleichs- und Unternehmensseiten wählen zu können. In Deutschland und einigen anderen europäischen Ländern werden zudem, laut Plan der Alphabet-Tochter, keine Karten mehr angezeigt, in denen Hotels eingetragen sind. Gegen Google gibt es bereits einige laufende EU-Verfahren wegen mutmaßlicher Missachtung des DMA. Man hatte vor einiger Zeit die Search-Funktion entsprechend des DMA angepasst: Hotels, Fluggesellschaften und kleinen Einzelhändlern zufolge, sind die direkten Online-Käufe seitdem um 30 Prozent zurück gegangen. (Presse)
Beginnend mit dieser Woche, müssen große Online-Plattformen und Suchmaschinen Digital Services Act (DSA) ihre Risikoberichte veröffentlichen. Diese Berichte sollen Risiken wie illegale Inhalte, Desinformation und Kindersicherheit bewerten und mögliche Maßnahmen zum Zweck der Risikominderung aufzeigen. Anfang 2025 sollen Workshops organisiert werden, in denen die Unternehmen ihre Ergebnisse mit Regulierungsbehörden, zivilgesellschaftlichen Organisationen und anderen Interessengruppen teilen können. (MLEX)
Kartellrecht
Der US-Konzern Google macht auch in Sachen Kartellrecht von sich hören: Das Department of Justice DOJ (US-Justizministerium) drängt im laufenden Kartellprozess darauf, Google zu zerschlagen und damit das Monopol in Sachen Internetsuche der Alphabet-Tochter aufzuheben. Man beantragte den Zwangsverkauf des Browsers "Chrome" sowie ein fünfjähriges Verbot von Google, erneut in den Browser-Markt einzusteigen. Ein weiterer Punkt unter mehreren ist die Einstellung der milliardenschweren Zahlungen an Apple, die Google den Vorteil der Standardsuchmaschine auf Apple-Geräten garantiert. Google hingegen kontert mit der Kritik, dass die Maßnahmen radikal seien und schädlich für US-Unternehmen sowie Verbraucher:innen. Bis Dezember hat der Tech-Konzern Zeit, Gegenvorschläge einzubringen. (Presse)
ESG
Ein Kernpunkt des Europäischen Green Deals ist die Renaturierungsverordnung. So sollen Defizite in der Umsetzung bestehender Richtlinien zur Erhaltung von Lebensräumen ausgemerzt werden. Hierzulande gibt es bereits diverse Vorschläge zur Finanzierung der Renaturierung in Österreich, auf Bundes- und Länderebene. Auch die EU soll einen Teil der Finanzierung übernehmen. Ein großer Teil des EU-Budgets ist für Biodiversität und Renaturierung reserviert. Aber Projektionen lassen darauf schließen, dass die aktuellen Ziele eventuell nicht erreicht werden. Mögliche Umschichtungen im EU-Budget oder auch eine Erhöhung der Eigenmittel sowie eine Reduktion umweltschädlicher Subventionen könnten die Finanzierung hingegen ermöglichen. (Presse)
Geldwäsche
Der Österreichische Nationalrat hat nun drei neue Gesetzesvorlagen verabschiedet, mit dem Zweck, Sanktionsumgehungen zu erschweren und Geldwäsche zu verhindern. Die betroffenen Gesetze setzen Empfehlungen der Financial Task Force (FATF) sowie neue EU-Vorgaben um. Ab 2026 übernimmt die Finanzmarktaufsicht (FMA) die Überwachung von Sanktionen, bisher war hier die Österreichische Nationalbank (OeNB) in der Pflicht. Weiters wird die FMA auch Versicherungsunternehmen, Kryptowerte-Dienstleister sowie Wertpapierfirmen unter die Lupe nehmen. Zudem soll es mehr Transparenz bei Treuhandschaften geben und erweiterte Sorgfaltspflichten für Bilanzbuchhalter:innen und Steuerberater:innen. Seitens FPÖ gibt es Kritik: Man fürchtet negative Folgen für den Wirtschaftsstandort und Datenschutzschwierigkeiten. (APA OTS)
Greenwashing
Nachhaltiges Wirtschaften kann Unternehmen große Pluspunkte bringen, so ein aktueller Artikel des Standard: Das Image wird aufgebessert und langfristig gibt es Kosteneinsparungen. Einstufung und Nachweis des nachhaltigen Wirtschaftens gestalten sich allerdings oftmals schwierig. Mangelt es an klaren Kriterien und der Überprüfung dieser, tappt man schnell in die Greenwashing-Falle. Lesen Sie alle Details im Artikel. (Standard)
Autoren
Mag. Christiane Jördens Bakk.
Mag. Christiane Jördens, Bakk. hat Publizistik und Kommunikationswissenschaft an der Uni Wien studiert und bereits während ihres Studiums begonnen als Redakteurin, Texterin und Model zu arbeiten. A...