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In den Compliance News diese Woche: Etwa 40 Museen in Frankreich sind Opfer einer großen Cyberattacke geworden, Google hat ein Monopol auf die Online-Suche und hat somit rechtswidrig gehandelt und in Österreich fordert die Justizministerin eine Änderung des Begutachtungsentwurfs zur Handysicherstellung.
Von Mag. Christiane Jördens Bakk.
05. August 2024

Künstliche Intelligenz

Derzeit gibt es in Sachen Nachhaltigkeit bei der Künstlichen Intelligenz noch Nachholbedarf: Eine Suchanfrage bei ChatGPT benötigt zehnmal so viel Energie wie eine Suche über Google. Klar ist: Die Technologie benötigt besonders leistungsfähige Rechenzentren. Denn jedes Mal, wenn unsereins eine Anfrage stellt, passiert dies über riesige Rechenzentren mit Servern, die viel Strom benötigen und erhitzen. Um diese wiederum abzukühlen, braucht es Energie. Derweil versuchen Amazon, Google und Microsoft angeblich alles, um ihren CO2-Fußabdruck zu verkleinern, indem sie auf erneuerbare Energien setzen. Allerdings bauen sie auch neue Rechenzentren.

Details, warum die KI einen solch hohen Energieverbrauch aufweist und wie diese Anforderungen mit unseren aktuellen Klimazielen zusammen passen, zeigt ein Beitrag der Presse aktuell.

Geht es nach dem Goldman Sachs-Topanalysten Jim Covello, hat Artificial Intelligence einen nicht zu vernachlässigbaren Haken: Covello glaubt nicht daran, dass die enorm hohen Geldmengen, die die Unternehmen derzeit in die KI investieren, die nächste wirtschaftliche Revolution bewirken werden. Aus seiner Sicht sind Internet und Smartphone in Sachen Erfolg der KI da um Längen voraus. Und sobald dies in den Köpfen angekommen ist, wird sich das auch bei den Aktienkursen zeigen, meint der Experte. „Bei den meisten technologischen Umwälzungen in der Geschichte, vor allem bei denen, die einen Wandel herbeigeführt haben, haben wir sehr teure Lösungen durch sehr billige Lösungen ersetzt”, so Covello im Interview mit Bloomberg. Der potenzielle Ersatz von Arbeitskräften durch enorm teure Technologie sei das genaue Gegenteil. (Presse)

Ein übersichtliches Q&A zum Thema KI-Verordnung hat die Presse kürzlich publiziert. Was ist KI? Warum braucht es ein solches Gesetz und welche Regeln sind inkludiert? Was hat sich nun mit 1. August 2024 geändert? Welche Sanktionen drohen bei Nichtbeachtung? Und wie schaut die Kritik am Gesetz aus? Antworten darauf gibt es auf der Website der Presse zu finden.

Cybercrime

Das Museum Grand Palais, Austragungsort der Olympischen Spiele in Paris, sowie etwa 40 weitere Museen in Frankreich sind am Wochenende Opfer einer Cyberattacke geworden. In der Nacht von Samstag auf Sonntag soll das System, das die „Zentralisierung von Finanzdaten“ der Betroffenen möglich macht, von Cyberkriminellen angegriffen worden sein, so heißt es. Man fordert Lösegeld und droht mit der Freigabe der verschlüsselten Daten. Das Grand Palais bestätigte diese Meldung nun, ging allerdings nicht auf Details ein. Der angeblich ebenfalls betroffene Louvre im Zentrum von Paris gab an, dass die Meldung nicht richtig sei. (Presse)

Wettbewerbsrecht

Der US-Suchmaschinenriese Google hat ein Monopol auf Online-Suche und hat somit rechtswidrig gehandelt. So urteilte nun ein US-Richter in der Hauptstadt Washington am Montag: Google habe laut ihm ein Monopol und sich gegen die Konkurrenzunternehmen abgeschottet. Von Google kam zunächst keine Reaktion auf das Urteil. Geklagt hatten das US-Justizministerium und zahlreiche US-Staaten. (Presse)

Datenschutz

Insgesamt sechs große IT-Konzerne verstoßen laut einer aktuellen Studie des deutschen Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) gegen EU-RechtMeta, der Konzern, der hinter Facebook steht, die Google-Mutter Alphabet, Microsoft, Apple, Amazon und der TikTok-Betreiber ByteDance sollen ihre Nutzer:innen angeblich manipulieren, um ihre Zustimmung zur möglichst weitgehenden Zusammenführung ihrer persönlichen Daten zu erhalten, so die „Süddeutsche Zeitung“ am vergangenen Montag in einem Bericht. „TikTok zum Beispiel suggeriert den Usern, wenn du diesem Dienst nicht zustimmst, können wir dir kein kostenloses Angebot mehr machen“, so Vzbv-Vorstand Ramona Pop in einem Statement gegenüber der Zeitung. Sie möchte die Ergebnisse an die EU weiterleiten und fordert in diesem Zusammenhang eine konsequente Umsetzung des Digitalmarktgesetzes. Schließlich sei diese Praxis schon seit dem 7. März 2024 nach europäischem Recht verboten. (ORF)

Strafrecht/Strafprozessordnung

Die heimische Justizministerin Alma Zadić von den Grünen wünscht sich Änderungen im Begutachtungsentwurf zur Handysicherstellung: Als Beispiel nennt sie Fälle, bei denen etwa - durch nicht vorgesehene Auswertungsregeln für Daten - Beweismittel verloren gehen könnten. "Das Ziel des Staates, dass Verbrechen schnell und effizient aufgeklärt werden können, darf nicht außer Acht gelassen werden", so Zadić gegenüber der Nachrichtenagentur APA. Grund für die Neuregelung ist ein Erkenntnis des Verfassungsgerichtshofs (VfGH): Scheinbar verstößt die momentane Rechtslage zur Datenträgersicherstellung gegen das Recht auf Privatleben und das Datenschutzgesetz. (Standard)

Autoren

Christiane Jördens

Mag. Christiane Jördens Bakk.

Mag. Christiane Jördens, Bakk. hat Publizistik und Kommunikationswissenschaft an der Uni Wien studiert und bereits während ihres Studiums begonnen als Redakteurin, Texterin und Model zu arbeiten. A...