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Die neuen Compliance News vom 23. April 2025 berichten über von einem Hacking-Angriff auf die dubiose Plattform 4chan, dem Launch des European Data Protection Board 2024 Reports sowie über die zunehmenden geopolitischen Risiken, mit denen sich auch die nationalen Aufsichtsräte auseinandersetzen müssen.

ESG 

Ein aktueller Artikel der Presse beschäftigt sich mit den zunehmenden geopolitischen Risiken, mit denen sich Unternehmen konfrontiert sehen. Hier kommt die Verantwortung der Aufsichtsräte ins Spiel: Sie seien verpflichtet, „dass Diversifikation in Märkten, Lieferketten und Standorten konsequent in die Unternehmensstrategie einfließen“, so PwC-Österreich-Chef Rudolf Krickl im Interview mit der Presse. Die Verantwortung der Aufsichtsräte erstreckt sich über die traditionellen Bereiche hinaus: So stellen etwa Cyberbedrohungen und sogar Cyberkriege aktuelle große Risiken im Compliance-Bereich dar. Nicht nur die Geschäftsführung ist hier in der Pflicht, sondern auch der Aufsichtsrat. Das Beratungsunternehmen PwC schlägt hier die Einführung einer „Risiko-Landkarte“ vor, um spezifische Risiken, wie Länderrisiken oder potenzielle Handelsschranken, besser am Schirm zu haben und steuern zu können. Aufsichtsräte müssen ua auch die Liquidität des Unternehmens überwachen, um auf länger andauernde Krisen vorbereitet zu sein. Sie wirken an der Risiko-Erkennung und -Steuerung mit und sorgen damit für die Stabilität des Unternehmens. (Presse)

Stahl, Aluminium, Textilien, Möbel, Reifen sowie Matratzen sind alljene Produkte, die in den kommenden fünf Jahren im Rahmen der Ökodesign- und Energiekennzeichnungsanforderungen Priorität erhalten, wie es in einem kürzlich von der EU-Kommission angenommenen Arbeitsplan heißt. Man entschied sich für genau diese Artikel aufgrund ihrer Fähigkeit, einen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft zu leisten, so die Kommission. (MLEX)

Wettbewerbsrecht

Die US-Regierung hat nun vor einem Gericht in Washington gefordert, dass Online-Riese Google seinen Geschäftsbereich um den Webbrowser Chrome abspaltet. Die Forderung fußt auf einem früheren Urteil eines US-Richters, der feststellte, dass Google ein Monopol bei der Websuche besitzt und dieses durch unlautere Praktiken verteidigt. Des Weiteren verlangt das US-Justizministerium, dass Google diverse Daten aus der eigenen Suchmaschine preisgibt, um Konkurrenz-Unternehmen den Zugang zu erleichtern, sowie dass Verträge, bei denen Browser-Entwickler wie Firefox und Apple hohe Summen für die voreingestellte Google-Suchmaschine erhalten, beendet werden. Außerdem hält es die Regierung für möglich, dass in einer späteren Phase auch eine Abspaltung des meistgenutzten mobilen Betriebssystems Android von Google in Betracht gezogen wird. (Presse)

Cybercrime

Die extreme und berüchtigte Plattform 4chan ist kürzlich gehackt worden. Hintergrund des Vorfalls dürfte ein lange andauernder Meme-Streit zwischen 4chan-Nutzer:innen und der Abspaltung Soyjak sein. Alon Gal, Mitbegründer des israelischen Unternehmens Hudson Rock, welches Cyberkriminalität überwacht, bestätigte die Echtheit der öffentlich kursierenden Screenshots, die die Backend-Infrastruktur von 4chan zeigen sollen. Durch den Hack gibt es das Risiko, dass sensible Nutzer:innendaten geleakt wurden, was besonders heikel ist, da 4chan mit Anonymität wirbt. 4chan ist bekannt als Dreh- und Angelpunkt für virale Memes und diverse Subgruppierungen, zu denen auch extreme Gruppen wie Anonymous, incels und Teile der amerikanischen extremen Rechten gehören. (Presse)

Künstliche Intelligenz

Heute, am 23. April 2025, ist der European Data Protection Board 2024 Report erschienen, welcher folgendes im Detail beschreibt: eine koordinierte Durchsetzung des Zugangsrechts, Stellungnahmen zu KI und „Consent or Pay“-Modellen sowie die Veröffentlichung von Richtlinien zu berechtigtem Interesse und internationalen Datentransfers. Es handelt sich um den Bericht des Europäischen Datenschutzausschusses. Der Ausschuss berichtet zusätzlich über einen signifikanten Anstieg der Konsistenz-Meinungen unter der Datenschutz-Grundverordnung sowie über mehr als 1,2 Milliarden Euro an von nationalen Behörden verhängten Bußgeldern. (MLEX)

Aktuelle KI-Systeme sind Energiefresser, fehleranfällig und schwer mit gesetzlichen Regulierungsvorgaben wie dem EU AI Act vereinbar. Zu diesem Schluss kommt ein Bericht der Süddeutschen Zeitung. Um diese technologischen Herausforderungen in Angriff zu nehmen, haben sich Forscher:innen der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU), der Technischen Universität München (TUM) und der Technischen Universität Dresden (TUD) zu einer Initiative vereint: gAIN (Next Generation AI Computing). Die Initiative will theoretische Grundlagen sowie neue hocheffiziente und verlässliche Hardware- und Software-Ansätze entwickeln und diese dann in die konkrete Anwendung bringen. Aktuell verwendete KI-Technologie kommt fast ausschließlich aus den USA oder China. „Europa muss jetzt aufwachen und so schnell wie möglich einen eigenen KI-Weg einschlagen“, mahnt Professorin Gitta Kutyniok, Inhaberin des Lehrstuhls für Mathematische Grundlagen der Künstlichen Intelligenz an der LMU und gAIn-Sprecherin. (Süddeutsche Zeitung)

Datenschutz

Wie viel ist zu viel Datenschutz? Ein aktueller Artikel des SRF geht genau dieser Frage im Zusammenhang mit KI und der digitalen Archivierung nach: Das Schweizer Bundesarchiv setzt in der heutigen Zeit naturgemäß auf die Digitalisierung des Archivgutes. Sensible Daten wie Namen müssen während einer Schutzfrist anonymisiert werden, dafür nutzt man die KI. Doch Forschende kritisieren nun, dass die KI zu viel schwärze. Wichtige Akten würden bei Recherchen nicht mehr auftauchen. Geschichtsprofessor Sacha Zala spricht in diesem Zusammenhang vom Google-Paradoxon: "Gerade weil Informationen heute leicht über das Internet gefunden werden können, kommt der Schrei nach mehr Schutz." Die Zahlen des Bundesarchivs zeigen jedoch folgendes: Seit die Onlinesuche möglich ist, wird das Archiv mehr genutzt. (SRF)

Autoren

Christiane Jördens

Mag. Christiane Jördens Bakk.

Mag. Christiane Jördens, Bakk. hat Publizistik und Kommunikationswissenschaft an der Uni Wien studiert und bereits während ihres Studiums begonnen als Redakteurin, Texterin und Model zu arbeiten. A...