01. Oktober 2025
EU-Regulierung/DSA
Der US-Konzern Meta muss sich laut Bloomberg-Medienberichten mit Vorwürfen auseinandersetzen, dass er gegen den Digital Services Act verstoßen hat. Meta soll nicht rigoros genug gegen illegale Inhalte vorgehen. Sollte sich der Vorwurf nicht entkräften lassen, könnte Meta eine Geldstrafe von bis zu 6 % seines weltweiten Jahresumsatzes drohen. Meta weist die Vorwürfe entschieden zurück und reagierte mit der Aussage, dass keinerlei Verstöße gegen den DSA vorliegen. Die EU-Kommission will nun prüfen, ob Meta-Dienste, vor allem im Kontext der Europawahl 2024, nicht hinlänglich gegen Desinformation und irreführende Werbung vorgegangen sind. (Presse)
Cybercrime
Der kürzlich stattgefundene Cyberangriff auf einen IT-Dienstleister von mehreren europäischen Flughäfen hat neuen Informationen zufolge KI genutzt. Christian Perry, CEO von Undetectable AI, betonte in diesem Zusammenhang, dass die traditionellen, langwierigen Angriffsvorbereitungen von Hacking-Angriffen heute nicht mehr von Nöten sind. Um dem Problem entsprechend begegnen zu können, muss man auch auf Seiten der Sicherheit auf KI setzen, um ungewöhnliche Muster frühzeitig zu erkennen und Angriffe zu stoppen. Eine Idee wäre ein so genannter "KI-Türsteher", der wesentlich rascher als menschliche Teams agiert und so als Kontermaßnahme gegen Angriffe dient. Der bei dem Vorfall betroffene Dienstleister Collins Aerospace arbeitet derzeit an einem Update, um die Probleme zu beheben. (Presse)
Beinahe 80 Prozent der Cyberangriffe in der EU 2024 sind laut dem 2025 Threat Landscape Report der EU-Agentur für Cybersicherheit (ENISA) auf "Hacktivist"-Gruppen und nicht auf Cyberkriminelle zurückzuführen, so der Nachrichtendienst MLEX. Derlei Gruppen haben ideologische Motive und nehmen sich zum Ziel, Websites oder Online-Dienste zu zerstören. Laut dem Bericht stellt Ransomware weiterhin die schwerste Bedrohung dar. (MLEX)
Nachhaltigkeit
Wie ein aktueller Bericht der Süddeutschen Zeitung beschreibt, gibt es eine deutliche Diskrepanz zwischen dem steigenden Bewusstsein für Nachhaltigkeit und dem Angebot nachhaltiger Tagungen und Events am Markt. Während immer mehr Gäste ein Auge für klimafreundliche Optionen haben, sind nur rund 38 Prozent der Hotels und Locations im Stande, nachhaltige Event-Optionen (lokale, saisonale Speisen, fachgerechtes Recycling etc) anzubieten. Durch die angespannte, wirtschaftliche Situation sehen sich viele Unternehmen dazu veranlasst, weniger in die zusätzlichen Kosten nachhaltiger Maßnahmen zu investieren. Hinzu kommt die Greenwashing-Frage, wonach viele Unternehmen verunsichert sind, welche Gütesiegel (mehr als 200 existierende Nachhaltigkeits- und Umweltzertifikate) tatsächlich Mehrwert bieten. (Süddeutsche Zeitung)
Tax Compliance
Wie der Standard berichtet, erwartet sich das Finanzministerium ab 2026 zusätzliche Einnahmen (270 Mio EUR, steigend auf 450 Mio EUR bis 2029) durch verschärfte Maßnahmen zur Betrugsbekämpfung. Das Gesetzespaket wird aktuell vom Finanzministerium in Kooperation mit ÖVP und Neos vorbereitet und soll noch vor Ende 2025 im Parlament zum Beschluss kommen. Geplante Maßnahmen sind etwa die Einschränkung der Verlustverrechnung von Gewinnen im Inland mit Verlusten aus dem Ausland, um dem entgegenzuwirken, dass Unternehmen ausländische Gesellschaften nur auf dem Papier weiterführen. Des weiteren soll es eine steuerliche Neuordnung von Einmalzahlungen aus ausländischen Trusts geben, sodass diese künftig stärker erfasst und mit der Kapitalertragsteuer belegt werden. (Standard)
Autoren
Mag. Christiane Jördens Bakk.
Mag. Christiane Jördens, Bakk. hat Publizistik und Kommunikationswissenschaft an der Uni Wien studiert und bereits während ihres Studiums begonnen als Redakteurin, Texterin und Model zu arbeiten. A...