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Yen Zinsderivate-Kartelle: Brüssel verhängt Millionenstrafe gegen Broker ICAP

Die EU-Kommission hat Geldbußen in Höhe von fast 15 Mio. Euro gegen den Londoner Broker ICAP verhängt. ICAP war an mehreren Kartellen für Yen-Zinsderivate beteiligt.
Von Redaktion
10. Februar 2015

Die Europäische Kommission hat gegen das Londoner Finanzunternehmen ICAP Geldbußen in Höhe von 14,9 Mio. EUR verhängt, da die Maklerfirma durch Unterstützung von sechs Kartellen im Bereich der Yen-Zinsderivate (YIRD) gegen die EU-Kartellvorschriften verstoßen hat.

Hohe Geldbußen für Banken und Makler

Die Kommission hatte bereits im Dezember 2013 Geldbußen in Höhe von knapp 670 Mio. Euro gegen die Banken UBS, RBS, Deutsche Bank, Citigroup, JPMorgan und den Broker RP Martin verhängt. Da diese Unternehmen ihre Beteiligung an einem oder mehreren YIRD-Kartellen einräumten, konnten die Fälle durch einen Vergleich beigelegt werden.

Im YIRD-Bereich deckte die Kommission sieben verschiedene bilaterale Zuwiderhandlungen auf, die zwischen 2007 und 2010 stattgefunden und jeweils einen bis 10 Monate gedauert haben. Das wettbewerbswidrige Verhalten betraf Gespräche zwischen Händlern der beteiligten Banken über bestimmte Angaben zu LIBOR-Sätzen für den japanischen Yen (JPY). Auch tauschten die betroffenen Händler gelegentlich wirtschaftlich sensible Informationen zu Handelspositionen oder künftigen LIBOR-Angaben für JPY aus.

Broker lehnte Vergleich ab

ICAP hatte sich gegen ein Vergleichsverfahren entschieden. Daher wurde das normale Verfahren gegen das Unternehmen fortgeführt. Die Untersuchung der Kommission ergab, dass ICAP sechs der sieben Kartelle im YIRD-Bereich unterstützte, und zwar durch Maßnahmen, die dazu beitrugen, die wettbewerbswidrigen Ziele der Kartellmitglieder zu erreichen:

  • Das Unternehmen übermittelte bestimmten JPY LIBOR Panel-Banken irreführende Informationen, die als „Prognosen“ oder „Erwartungen“ für den Satz, auf den der JPY LIBOR jeweils festgesetzt werden würde, getarnt waren. Die irreführenden Informationen sollten bestimmte JPY LIBOR Panel-Banken, die sich nicht an den Zuwiderhandlungen beteiligten, zur Angabe von LIBOR-Sätzen für JPY bewegen, die im Einklang mit diesen angepassten „Prognosen“ oder „Erwartungen“ standen.

  • Das Unternehmen nutzte seine Kontakte mit mehreren JPY LIBOR Panel-Banken, die sich nicht an den Zuwiderhandlungen beteiligten, um deren LIBOR-Angaben für JPY zu beeinflussen.

  • Das Unternehmen diente als Kommunikationskanal zwischen einem Händler der Citigroup und einem Händler der RBS und ermöglichte auf diese Weise die wettbewerbswidrigen Verhaltensweisen dieser Unternehmen.

(Quelle: EU-Kommission)

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