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Uni Wien: Mitarbeiter beklagen fehlende Compliance-Regeln

Wie die Wochenzeitung Falter heute, Mittwoch, berichtet, soll eine Dekanin an der Universität Wien Forschungsgelder an Familienmitglieder verteilt haben. Aufgrund fehlender Compliance-Bestimmungen dürften die Vergaben rechtens gewesen sein.
Von Redaktion
11. April 2012

Die Dekanin der Wiener Philologisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät, Andrea Seidler, steht dem Falter zufolge unter dem Verdacht des Nepotismus. Im Rahmen eines vom Wissenschaftsfonds FWF mit rund 400.000 Euro geförderten Projektes soll Seidler einen nicht unerheblichen Anteil der Gelder an Familienmitglieder vergeben haben. Die Tochter Seidlers soll mit rund 8.000 Euro und einem zweieinhalb Jahre dauernden geringfügigen Dienstvertrag bedacht worden sein, der Schwiegersohn und weitere Verwandte und Bekannte sollen ebenfalls über mehrere Jahre hinweg mitverdient haben. Insgesamt sollen fast 30.000 Euro an staatlichen Forschungsgeldern im Verwandten- und Bekanntenkreis der Dekanin gelandet sein.

Mitarbeiter Seidlers hatten sich vergangene Woche an den Falter gewendet, weil sie die Aufträge innerhalb der Familie Seidlers nicht mehr länger mitansehen wollen. Sie beklagen das Fehlen von Compliance-Bestimmungen an der Uni.

Andrea Seidler weist gegenüber dem Falter alle Nepotismus-Vorwürfe zurück. Ihre Tochter sei die am besten qualifizierte Studentin gewesen, die übrigen Jobs seien tadellos erfüllt und nicht überbezahlt worden. Alle Verträge seien dem FWF gemeldet worden. Die Vergabe von staatlichen Forschungsgeldern des FWF an Familienmitglieder sei nicht verboten, wie Dekanin Seidler betont.

Ein Sprecher des FWF bestätigt der Zeitung gegenüber diese Angaben Seidlers. Compliance-Regeln des FWF gebe es nicht, man vertraue auf die korrekte Verwendung der Mittel.

(APA/ kp)

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