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US-Organisation für Entwicklungshilfe forciert Betrugsbekämpfung

Selbst in Krisengebieten tätige NGOs sind vor Betrug und Korruption nicht gefeit. Nun hat die US-Entwicklungsagentur USAID einen Leitfaden für Betrugsbekämpfung und Compliance bei Hilfseinsätzen im Mittleren Osten veröffentlicht.
Von Redaktion
30. Juli 2018

Humanitäre Hilfsprogramme haben mit sich ständig weiterentwickelnden Betrugs- und Korruptionsmechanismen sowohl von organisierten kriminellen Gruppen als auch von Einzelpersonen zu kämpfen.

Daher hat nun der Generalinspektor der United States Agency for International Development (USAID) Vertreter von über 50 Nichtregierungsorganisationen (NGOs) zu einem Runden Tisch eingeladen, um Wege zur Bekämpfung von Betrug, Verschwendung und Missbrauch im Rahmen humanitärer Hilfsprogramme zu besprechen. Der eintägige Runde Tisch informierte u.a. über die sich abzeichnenden Betrugstrends sowie über Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs von Hilfsempfängern.

Im Rahmen der Veranstaltung wurde betont, wie wichtig es ist, verdachtsfälle unverzüglich dem Office of Inspector General (OIG) zu melden, das bei Verdachtsfällen interne Ermittlungen und Audits durchführt.

Im Rahmen des Austauschs nannten Vertreter der OIG Risiken, die die effektive Lieferung von Hilfsgütern und Nothilfe in humanitären Krisen gefährden. Dazu gehören:

  • Umleitung zu bewaffneten Gruppen – eine terroristische oder andere bewaffnete Gruppe leitet die Lieferung von humanitären Hilfsgütern von den vorgesehenen Empfängern zu sich um. Für humanitäre Zwecke vorgesehene Gelder, die an diese Gruppen umgeleitet werden, können dazu beitragen, dass Konflikte weiter eskalieren.

  • Phantommitarbeiter oder Begünstigte – eine Einzelperson oder Organisation erhält Geldmittel von Spendern für nicht vorhandene Mitarbeiter oder Begünstigte.

  • Produktaustausch – Ein Lieferant ersetzt die versprochene Ware durch eine ähnliche Ware von geringerem Wert, während er für die höherwertige Ware bezahlt wird.

Diese und andere Mechanismen können laut OIG dazu führen, dass Hilfsbedürftige mit weniger oder minderwertigen Hilfsleistungen versorgt werden.

Ein Handbuch der OIG (s. Infobox unten) soll NGOs bei der Einhaltung von Vorschriften und der Betrugsprävention daher nun unterstützen.

(Quelle: USAID)

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