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Telekom Austria: Aufsichtsrat setzt Kontrollausschuss ein

Freitagabend hat der TA-Aufsichtsrat eine Reihe von Maßnahmen zur Aufklärung der bekannten Unregelmäßigkeiten beschlossen. Ein Rechtsanwalt wurde mit der Rückforderung der 2004 - nach einer mutmaßlichen Kursmanipulation - ausbezahlten Managerboni beauftragt.
Von Redaktion
05. September 2011

Im Rahmen einer außerordentlichen Sitzung hat der Aufsichtsrat der Telekom Austria am Freitagabend ein Maßnahmenpaket zur vollständigen Aufklärung sämtlicher Vorwürfe beschlossen.

Bei der Sitzung wurden laut einer Aussendung der Telekom Austria folgende Beschlüsse gefasst:

  1. Der Aufsichtsrat richtet einen ad-hoc Kontrollausschuss ein, der die Schnittstelle zwischen Aufsichtsrat und dem einzurichtenden externen Untersuchungsteam bilden wird. Der Ausschuss setzt sich aus Markus Beyrer als Vorsitzenden, Franz Geiger und einem von der Belegschaftsvertretung zu nominierendem Mitglied zusammen.

  2. Der Kontrollausschuss nominiert und beauftragt ein unabhängiges, externes und mit internationalen Fachleuten verstärktes Untersuchungsteam, das auf den bisherigen Ermittlungen aufbaut und dem Kontrollausschuss direkt berichtet. In diesem Zusammenhang sollen u.a. Akquisitionen und Immobiliengeschäfte durchleuchtet werden. Das Untersuchungsteam arbeitet dabei mit der Internen Revision der Telekom Austria zusammen, die für diese Untersuchungen vom Vorstand weisungsfrei gestellt wird. Überdies wird es Aufgabe des Untersuchungsteams sein, das Compliance-System der Telekom Austria eingehend zu analysieren und bei Bedarf Vorschläge für die weitere Verbesserung zu machen.

  3. In Umsetzung der einstimmigen Beschlüsse des Aufsichtsrates vom 16. August hinsichtlich der Rückforderung aller Zahlungen aus dem Aktienoptionsprogramm 2000 und der Geltendmachung von Schadenersatzforderungen gegen Schädiger wurde von Aufsichtsrat und Vorstand gemeinsam ein Rechtsanwalt mit der integrierten Umsetzung beauftragt. Weiters wurde die Einrichtung der für die Rückzahlungen notwendigen Treuhandkonten beschlossen.

  4. Der Aufsichtsrat hat dem Vorstand der TA ausdrücklich empfohlen, die Konzernorganisation um einen externen Experten als Verantwortlichen für Konzern-Compliance zu verstärken, der bei Bedarf an den Kontrollausschuss berichtet.

Ein abschließender Bericht soll laut Aufsichtsratsvorsitzendem Markus Beyrer bis spätestens zur Hauptversammlung 2012 vorliegen.

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