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Studie bestätigt Milliardenverluste durch Mehrwertsteuer-Lücke

Europas Mitgliedstaaten verlieren durch Mehrwertsteuerbetrug bzw. Nichteinziehung von Mehrwertsteuern jährlich Milliardenbeträge. In Österreich betrug die „MwSt-Lücke“ 2012 3,2 Mrd. Euro.
Von Redaktion
28. Oktober 2014

Laut einer Studie der EU-Kommission über die sogenannte MwSt-Lücke belaufen sich die auf die Nichteinhaltung von Vorschriften oder die Nichteinziehung zurückzuführenden Mindereinnahmen bei der Mehrwertsteuer 2012 auf schätzungsweise 177 Mrd. Euro. Das entspricht 16 Prozent der gesamten, in 26 Mitgliedstaaten erwarteten MwSt-Einnahmen.

Die Studie enthält detaillierte Daten über die Differenz zwischen der geschuldeten Mehrwertsteuer und dem 2012 in 26 Mitgliedstaaten tatsächlich eingezogenen Betrag. In der Studie werden auch die wichtigsten Tendenzen bei der MwSt-Lücke vorgestellt, und es wird analysiert, wie sich Wirtschaftsklima und politische Entscheidungen auf die Mehrwertsteuer-Einnahmen ausgewirkt haben.

Auch wenn die Nichteinhaltung von Steuervorschriften laut den Autoren ein wichtiger Faktor für diese Einnahmenausfälle ist, kann die MwSt-Lücke nicht nur auf Betrug zurückgeführt werden. Weitere Gründe für nicht abgeführte Mehrwertsteuer können u.a. Insolvenzen, statistische Fehler, Zahlungsverzug und legale Steuervermeidung sein.

Am geringsten fiel die Lücke 2012 in den Niederlanden (5 Prozent der erwarteten Einnahmen), Finnland (5 Prozent) und Luxemburg (6 Prozent) aus. Die größten Lücken waren in Rumänien (44 Prozent der erwarteten MwSt-Einnahmen), der Slowakei (39 Prozent) und Litauen (36 Prozent) zu verzeichnen.

Elf Mitgliedstaaten gelang es zwischen 2011 und 2012, ihre MwSt-Lücke zu verkleinern, und bei 15 war das Gegenteil der Fall. Griechenland verzeichnete zwischen 2011 (9,1 Mrd. Euro) und 2012 (6,6 Mrd. Euro) den größten Fortschritt, gehört aber nach wie vor zu den Mitgliedstaaten mit einer großen Lücke (33 Prozent).

In Österreich sank die MwSt-Lücke im genannten Zeitraum geringfügig von 13 auf 12 Prozent, bzw. 3,5 auf 3,2 Mrd. Euro. 

(Quelle: EU-Kommission)

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