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Schmiergeldaffäre kostete Walmart bereits 230 Mio. Dollar

Im Vorjahr enthüllten Journalisten, dass Mitarbeiter des US-Einzelhandelsriesen Walmart in Mexiko Beamte geschmiert haben sollen. Die Kosten der Affäre summieren sich inzwischen auf einen dreistelligen Millionenbetrag, ohne Aussicht auf ein Ende der Ermittlungen.
Von Redaktion
17. Mai 2013

Walmart gilt als geschickt darin, künftige Konsumbedürfnisse und notwendige Lagerbestände genauestens vorauszukalkulieren. Bei der Prognose, auf wie viel eine weltweite Korruptionsuntersuchung zu stehen kommt, verfehlten die Finanzexperten des Einzelhandelsgiganten das Ziel jedoch bei Weitem. Untersuchungen zu einer Schmiergeldaffäre in Mexiko werden im ersten Quartal 2013 nahezu das Doppelte dessen kosten, was dafür budgetiert worden ist.

Dies geht aus einem Ergebnisbericht des Konzerns zum ersten Quartal 2013 hervor. Darin wird ein Update zu den Kosten der Ermittlugnen zu möglichen Verletzungen des Foreign Corrupt Practices Act (FCPA) in Mexiko gegeben. Demnach flossen im ersten Quartal dieses Jahres 73 Mio. Dollar in die Aufarbeitung der Causa – vorhergesagt war eine Summe zwischen 40 und 45 Mio. Dollar.

Die Untersuchungen gehen auf Vorwürfe zurück, dass Walmart-Verantwortliche in Mexico Amtsträger bestochen haben sollen, um die Eröffnung von Märkten in besten Lagen zu erleichtern. Die Affäre war durch eine Pulitzer-Preis-gekrönte Reportage der New York Times 2012 ans Licht gekommen.

Der Großteil der Ausgaben (44 Mio. Dollar) musste nach Angaben von Walmart für die laufenden Untersuchungen inklusive Anwaltskosten aufgebracht werden. Die übrigen 29 Mio. Dollar wurden in eine weltweite Compliance-Überprüfung, Verbesserungen im Compliance-Programm und organisationale Änderungen investiert.

Walmart erwartet, dass auch im zweiten Quartal Kosten in nahezu gleicher Höhe anfallen werden: „Die Ausgaben für den FCPA-Fall werden im zweiten Vierteljahr voraussichtlich zwischen 65 und 70 Mio. Dollar betragen“, sagte Walmart-CFO Charles Holley in einem Statement zu den Quartals-Ergebnissen.

Die Kosten für die Untersuchung summieren sich mittlerweile zu einer erklecklichen Summe. Bislang musste Walmart bereits 230 Mio. Dollar für die Untersuchung aufwenden, bis Mitte des Jahres soll der Betrag auf 300 Mio. Dollar anwachsen.

Dabei bleibt unklar, wann die eigenen internen Ermittlungen und die Untersuchungen der Regierung abgeschlossen sein werden.

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