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Politikerinnen machen Druck für Frauenquote

Der Druck für eine verpflichtende Frauenquote auch in der Privatwirtschaft wächst. Zuletzt forderten Frauenministerin Heinisch-Hosek und EU-Justizkommissarin Reding die Quote.
Von Redaktion
05. März 2012

Verpflichtende Frauenquoten hält die österreichische Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek auch in der Privatwirtschaft für notwendig, wie sie am Sonntag in der ORF-Pressestunde sagte. In staatsnahen Betrieben und im Öffentlichen Dienst wurden bereits verpflichtende Quoten eingeführt. 25 Prozent der Mitglieder von Aufsichtsräten in staatsnahen Betrieben sollen bis 2013 Frauen sein, 35 Prozent bis 2018.

Außerdem sollen Unternehmen künftig verpflichtet werden, im Zuge von betrieblichen Plänen Frauen zu fördern, fordert Heinisch-Hosek. Das brächte mehr Frauen „in die oberen Etagen von Unternehmen“. Überdies seien Unternehmen „mit gemischten Führungsteams wesentlich erfolgreicher. Diskriminierung ist eine Wachstumsbremse.“

„Rückenwind aus Europa“

Weil sich eine Einigung für die Einführung von verbindlichen Quotenregelungen auch für privatwirtschaftliche Betriebe schwierig gestalte, hofft die Frauenministerin „auf den Rückenwind Europas“. So poche etwa EU-Kommissarin Vivianne Reding ebenfalls auf verbindliche Quoten. „Wo ich alleine entscheiden kann, ist vieles weitergegangen, wo es eines Zweiten bedarf, ist vieles schwieriger. Wenn wir es im eigenen Land nicht schaffen, Lösungen zu finden, dann ist Druck von außen sicher hilfreich“, sagte Heinisch-Hosek.

Zwang statt Freiwilligkeit

EU-Justizkommissarin Reding sagte in einem Interview mit der deutschen Tageszeitung „Die Welt“: „Ich bin kein Fan von Quoten. Aber ich mag die Ergebnisse, die Quoten bringen“.

Nun werde eine öffentliche Anhörung zur konkreten Ausgestaltung einer entsprechenden EU-Richtlinie gestartet, die bis Ende Mai geht. „Ich gebe ihnen (Regierungen und Unternehmen, Anm.) noch einmal bis zum Sommer Zeit“, so Reding.

Das bisherige Angebot an die Firmen, eine freiwillige Selbstverpflichtung für mehr Frauen in Spitzenjobs einzuführen, sei unbefriedigend verlaufen. Insgesamt nur 24 Unternehmen in ganz Europa hätten die Vereinbarung unterschrieben.

(kp)

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