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Musikindustrie bewertet Googles Copyright-Compliance

Die Musikindustrie ist mit Googles Maßnahmen zur Verhinderung von Urheberrechtsverletzungen im Netz noch nicht zufrieden. Das geht aus einem jetzt veröffentlichten Bericht hervor.
Von Redaktion
23. Dezember 2011

Aus einem von der International Federation of the Phonographic Industry (IFPI) veröffentlichen Bericht über die Copyright-Compliance von Google geht hervor, dass die Plattenfirmen noch einigen Handlungsbedarf sehen.

Google verdiene noch immer Geld an Diensten, die auf illegaler Zugänglichmachung basieren, und behindere Rechteinhaber bei der Verfolgung ihrer Rechte nach dem „Digital Millenium Copyright Act“, moniert die Musikindustrie. Auch der finanzielle Einsatz Googles für die Prävention sei mit etwa 0,2 Prozent des Gesamtumsatzes (von 29 Milliarden US-Dollar) zu gering. Als absolutem Marktführer im Bereich Onlinesuche und -werbung komme Google jedoch eine besondere Verantwortung bei der Wahrung fremder Rechte zu.

Googles Pläne zum Schutz des Urheberrechts

Der Google-Berater Kent Walker hatte letztes Jahr in einem Blogeintrag angekündigt, Urheberrechte online besser schützen zu wollen und dazu vier Maßnahmen vorgeschlagen:

  • Verlässliche Löschungsanfragen sollen innerhalb von durchschnittlich 24 Stunden umgesetzt,

  • Suchbegriffe mit eindeutigem Bezug zu illegalen Inhalten der „Autocomplete“-Funktion entzogen,

  • die Kooperation von Googles Onlinewerbungsunternehmen AdSense mit illegalen Seiten eingestellt und

  • legale Inhalte stärker in die neue „Rich Snippets“-Funktion eingebunden werden.

In seinem Zwischenbericht (siehe Kasten) von Anfang September erklärt Kent Walker, dass bereits viel getan worden sei und weiter an der Copyright-Compliance gearbeitet werde: „Wir glauben nach wie vor, dass die Zugänglichmachung von hochwertigen Inhalten in autorisierter Form ein entscheidender Beitrag zum Kampf gegen Online-Rechtsverletzungen ist.“

Musikindustrie zeigt sich unzufrieden

Hinsichtlich der ersten Maßnahme kritisiert der Labelverband IFPI vor allem die technische Umsetzung: Die Zahl der Rechteinhaber mit Löschungsaufforderungen ist auf Tageshöchstzahlen beschränkt. Dadurch werde eine adäquate Rechtsverfolgung behindert. „Autocomplete“ vervollständige immer noch Suchanfragen und führe den Nutzer auf illegale Angebote (z.B. bei Eingabe von „lady gaga mp3“ setze die Suchmaschine automatisch „free“ hinzu).

Google verdiene immer noch Geld aus „digitalem Diebstahl“: Bei der Akquise von Werbekunden führe AdSense ein unzureichendes Screening durch und kooperiere daher immer wieder mit „Piraten“. Auch im „Google Store“ gebe es noch illegale Apps zu kaufen. IFPI fordert Google dazu auf, legale Suchresultate zu priorisieren, eine bessere Rechtsverfolgung zu ermöglichen, und Links auf „YouTube“ auf illegale Downloads zu unterbinden.

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