Navigation
Seiteninhalt

Greiner Perfoam: Millionen-Geldbuße wegen unerlaubter Absprachen

Das Bundeskartellamt hat Bußgelder in einer Gesamthöhe von rund 75 Mio. Euro gegen fünf Autozulieferer wegen Absprachen gegenüber der Automobilindustrie verhängt. Mit der Greiner Perfoam ist auch ein österreichisches Unternehmen betroffen.
Von Redaktion
25. Juni 2015

Nach Erkenntnissen des Bundeskartellamts haben sich die Unternehmen im Zeitraum von mindestens 2005 bis 2013 bei Ausschreibungen und Auftragsvergaben von Automobilherstellern abgestimmt.

Die Kartell-Beteiligten vereinbarten demnach, das jeweilige Bestandsgeschäft sowie damit verbundene Nachfolgeaufträge der Wettbewerber möglichst nicht anzugreifen. Die Unternehmen stimmten sich unter anderem über Preisuntergrenzen, die Weitergabe von Rohstoffpreiserhöhungen, zu gewährende Rabatte, den Ausgleich von Werkzeugkosten und die Einbeziehung von Preisgleitklauseln ab. Nicht alle Unternehmen nahmen im gesamten Zeitraum und bezüglich aller genannten Produkte an dem vorgeworfenen Verhalten teil.

Gegenstand der Absprachen waren sogenannte akustisch wirksame Bauteile. Dabei handelt es sich insbesondere um Bodenbeläge, Fußmatten, Hutablagen, Kofferraumauskleidungen, textile Radlaufschalen, Motorraumschalldämpfungen, Stirnwanddämpfungen und Kofferraumabsorber.

Zu den betroffenen Unternehmen gehört auch die Greiner-Tochter Greiner Perfoam, die laut ORF eine Geldbuße von 8,4 Mio. Euro zahlen muss. Daneben waren Autoneum Germany, Carcoustics International, Ideal Automotive und die International Automotive Components Group am Kartell beteiligt. Gegen das ebenfalls an den Absprachen beteiligte Unternehmen Borgers, das als erstes mit dem Bundeskartellamt kooperiert hat, wurde in Anwendung der Bonusregelung des Amtes kein Bußgeld verhängt.

Mit allen Unternehmen und Verantwortlichen wurde eine einvernehmliche Verfahrensbeendigung (sog. „Settlement“) erreicht. Ermittlungen gegen ein weiteres Unternehmen werden derzeit noch fortgeführt.

Bei dem Verfahren handelt es sich laut Bundeskartellamt um den ersten Fall, der aufgrund einer anonymen Eingabe in dem elektronischen Hinweisgebersystem des Bundeskartellamtes (BKMS) eingeleitet und mit Bußgeldern abgeschlossen wurde.

(Quelle: Bundeskartellamt)

Autoren

782_632_LN_Logo_RGB_Primary_Full-Color_Positive.jpg

Redaktion

Die LexisNexis Österreich & Compliance Praxis Redaktion versorgt Sie regelmäßig mit aktuellen News und Informationen aus der Compliance Welt. Unser Ziel ist es Ihre tägliche Arbeit bestmöglich zu u...