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EU-Pläne: 1,8 Mrd. Euro für Cybersicherheit in Europa

Die EU-Kommission unterstützt die Cybersicherheitsbranche bis 2020 mit 450 Mio. Euro. Insgesamt sollen in diesem Zeitraum 1,8 Mrd. Euro zur Bewältigung von Cyberbedrohungen in Europa mobilisiert werden.
Von Redaktion
05. Juli 2016

Die Europäische Kommission hat heute eine neue öffentlich-private Partnerschaft für Cybersicherheit, die bis 2020 Investitionen in Höhe von 1,8 Mrd. Euro mobilisieren soll, gestartet. Diese Partnerschaft ist eine von mehreren neuen Initiativen, die ergriffen werden, um Europa besser gegen Cyberangriffe zu wappnen und die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Cybersicherheitsbranche zu steigern.

Einer neuen Untersuchung zufolge haben mindestens 80 Prozent der europäischen Unternehmen im letzten Jahr zumindest einmal mit einem Cybervorfall zu tun gehabt. Die Zahl der Sicherheitsvorfälle in der gesamten Wirtschaft nahm 2015 weltweit um 38 Prozent zu.

Förderung innovativer Sicherheitslösungen

Der heute vorgestellte Aktionsplan markiert den Start der ersten europäischen öffentlich-privaten Partnerschaft für Cybersicherheit. Die EU wird 450 Mio. EUR im Rahmen ihres Forschungs- und Innovationsprogramms Horizont 2020 in diese Partnerschaft investieren. Von den Akteuren des Cybersicherheitsmarkts, die von der Europäischen Cybersicherheitsorganisation (ECSO) vertreten werden, wird erwartet, dass sie ihrerseits die dreifache Summe investieren. In der Partnerschaft werden auch Vertreter nationaler, regionaler und lokaler öffentlicher Verwaltungen, Forschungszentren und Hochschulen mitwirken.

Ziele der Partnerschaft sind die verstärkte Zusammenarbeit in den frühen Stadien des Innovationsprozesses und der Aufbau von Cybersicherheitslösungen für verschiedene Sektoren wie Energie, Gesundheit, Verkehr und Finanzen.

Einheitliche Zertifizierungen

Des Weiteren soll der Fragmentierung des Cybersicherheitsmarkts in der EU entgegenwirkt werden. Gegenwärtig muss ein IKT-Unternehmen unter Umständen unterschiedliche Zertifizierungsverfahren durchlaufen, um seine Produkte und Dienste in mehreren Mitgliedstaaten anbieten zu können. Daher soll ein europäischer Zertifizierungsrahmen für IKT-Sicherheitsprodukte angestrebt werden.

Zahllose innovative europäische KMU sind sowohl in Nischenmärkten (z.B. Kryptografie) als auch auf etablierten Märkten mit neuen Geschäftsmodellen (z.B. Antivirenprogramme) entstanden, können jedoch oft ihre Geschäftstätigkeit nicht ausweiten. Die Kommission will den Zugang zu Finanzmitteln für kleinere Unternehmen erleichtern, die im Bereich der Cybersicherheit arbeiten, und wird hierfür verschiedene Möglichkeiten im Rahmen der EU-Investitionsoffensive ausloten.

Aufbau eines IT-Noteinsatzteams

Die Richtlinie über Netz- und Informationssicherheit, die voraussichtlich morgen vom Europäischen Parlament verabschiedet wird, sieht bereits den Aufbau eines EU-weiten Netzes von IT-Noteinsatzteams (Computer Security Incident Response Teams, CSIRT) vor, damit rasch auf Cyberbedrohungen und Cybervorfälle reagiert werden kann.

(Quelle: EU-Kommission)

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