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Digitalisierung des Finanzmarkts – Ergebnisse des „Call for Input“

Im Sommer 2019 veröffentlichte die FMA einen Bericht zur Digitalisierung am österreichischen Finanzmarkt und forderte alle Stakeholder auf, die skizzierten Erkenntnisse kritisch zu hinterfragen. Nun liegen die Ergebnisse dieses „Call for Input“ vor.
Von Redaktion
05. Februar 2020

Österreichs Finanzmarktaufsichtsbehörde (FMA) hat am 5. Februar 2020 die Ergebnisse ihres „Call for Input“ zu der im Sommer 2019 publizierten Studie „Digitalisierung am österreichischen Finanzmarkt“ veröffentlicht (Downloadlinks s. Infobox). Im Folgenden werden kurz die wichtigsten Ergebnisse referiert.

Zahlreiche ergänzende Hinweise

Im Allgemeinen teilen und bekräftigen die teilnehmenden Stakeholder laut FMA die auf der Studie basierenden Schlussfolgerungen der Behörde. Darüber hinaus wurden der FMA zahlreiche ergänzende Hinweise, Anregungen und praktische Beispiele übermittelt. Insgesamt schätzen die teilnehmenden Stakeholder die Auswirkungen der Digitalisierung als positiv ein, da sie dabei helfen, Kunden besser zu verstehen und Geschäftsmodelle sowie Produkte besser auf deren Bedürfnisse auszurichten.

Langfristige Anpassung der Geschäftsmodelle nötig

Kurzfristig erwarten die Teilnehmer keine Disruption im Kerngeschäft, rechnen aber damit, dass die Geschäftsmodelle der beaufsichtigten Unternehmen langfristig angepasst werden müssen. Digitalisierungshindernisse werden nicht nur in der Regulierung, sondern auch in der teilweise fragmentierten und veralteten IT-Landschaft, in der Unternehmenskultur sowie in der digitalen Kompetenz der Kunden gesehen.

Digitale Newcomer als Innovationstreiber

Die teilnehmenden Stakeholder gehen davon aus, dass neue digitale Mitbewerber bestehende Unternehmen zu einer laufenden Weiterentwicklung drängen werden – die größten Veränderungen werden dabei in den Bereichen Retail, Zahlungsverkehr, Anlageberatung und Self-Service erwartet. Gleichzeitig werden neue digitale Mitbewerber aber nicht nur als Konkurrenten, sondern auch als potenzielle Kooperationspartner betrachtet.

Produkte weiterhin digital und analog

Produktgestaltung und Vertrieb werden von den teilnehmenden Stakeholdern von zwei Seiten beleuchtet: Einerseits erkennen sie die Vorteile der Digitalisierung und plädieren dafür, dass die Regulierung eine rein digitale Geschäftsabwicklung ermöglichen sollte. Andererseits wird auch der Sicherstellung traditioneller Kommunikationsformen und Vertriebskanäle ein hoher Stellenwert eingeräumt, sodass Kunden mit einer geringeren digitalen Kompetenz nicht den Anschluss verlieren.

FMA soll Transformation begleiten

Nach Ansicht der teilnehmenden Stakeholder sollte der Transformationsprozess im Zuge der Digitalisierung von der FMA begleitet werden. Insbesondere wird die Rolle der FMA darin gesehen, ein „Level Playing Field“ zu gewährleisten, ohne dabei wettbewerbsregulierend einzugreifen. Begrüßt wird das Konzept der „Sandbox“, das Unternehmen ermöglicht, neue Geschäftsmodelle zu erproben und einen Überblick über regulatorische Vorgaben zu erhalten. Erwartet wird von der FMA außerdem, auch künftig tiefgehende Analysen der Chancen und Risiken der Digitalisierung für den Finanzmarkt durchzuführen und somit der rasanten Entwicklung zu folgen.

Der Studie „Digitalisierung am österreichischen Finanzmarkt. Stand, Ausblick, Call for Input“ liegt eine umfassende Datenerhebung zu Grunde, die im Jahr 2018 bei Banken, Versicherungen und anderen Finanzdienstleistern durchgeführt wurde.

(Quelle: FMA)

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