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Kartellbuße von 371 Mio. EUR gegen Investmentbanken verhängt

Acht Banken, darunter die UniCredit, sprachen sich in illegaler Weise beim Handel mit europäischen Staatsanleihen ab, teilweise zur Zeit der Finanzkrise.
Von Redaktion
25. Mai 2021

Die Europäische Kommission hat festgestellt, dass die Bank of America, Natixis, Nomura, RBS (jetzt NatWest), UBS, UniCredit und WestLB (jetzt Portigon) gegen die EU-Kartellregeln verstoßen haben, da eine Gruppe von Händlern der Banken an einem Kartell auf dem Primär- und Sekundärmarkt für europäische Staatsanleihen (EGB) beteiligt war.

Gegen Nomura, UBS und UniCredit werden Geldbußen in Höhe von insgesamt 371 Mio. EUR verhängt. NatWest wurde die Geldbuße erlassen, da das Unternehmen die Kommission über das Kartell informiert hatte. Die Bank of America und Natixis werden ebenfalls nicht mit Geldbußen belegt, da ihr Verstoß, was die Verhängung von Geldbußen betrifft, bereits verjährt ist. Die Geldbuße für Portigon, den rechtlichen und wirtschaftlichen Nachfolger der WestLB, wurde auf null festgesetzt, da das Unternehmen im letzten Geschäftsjahr keinen Nettoumsatz, der die Obergrenze für die Geldbuße bedingt, erzielt hat.

Heimlicher Austausch von Händlern in Chatrooms

Die Kartellbeteiligung der sieben Investmentbanken erfolgte über eine Gruppe von an den EGB-Trading-Desks ihrer jeweiligen Bank tätigen Händlern, die einen geschlossenen Kreis bildeten, in dem man sich vertraute. Diese Händler standen in regelmäßigem Kontakt zueinander, vor allem in multilateralen Chatrooms auf Bloomberg-Terminals. In diesen Chatrooms tauschten die betreffenden Händler sensible Geschäftsinformationen aus. Sie tauschten sich im Vorfeld der Auktionen über ihre Preise und die angebotenen Mengen sowie über die gegenüber ihren Kunden oder gegenüber dem Markt allgemein angegebenen Preise aus. Sie berieten sich und informierten einander regelmäßig vor den Auktionen der Mitgliedstaaten des Euro-Währungsgebiets, die auf Euro lautende Anleihen auf dem Primärmarkt begaben, hinsichtlich ihrer Bieterstrategie sowie hinsichtlich der Handelsparameter auf dem Sekundärmarkt.

Diese Verhaltensweisen fanden zum Teil zur Zeit der Finanzkrise, insbesondere in den Jahren 2007-2011, statt und betrafen den gesamten Europäischen Wirtschaftsraum (EWR).

Das Verhalten der sieben Banken verstößt gegen die EU-Wettbewerbsvorschriften, nach denen wettbewerbswidrige Geschäftspraktiken wie Preisabsprachen untersagt sind.

Die Geldbußen im Detail

Unternehmen Dauer der Beteiligung Geldbuße (in EUR)
Bank of America 29.1.2007-6.11.2008 entfällt (verjährt)
Natixis 26.2.2008-6.8.2009 entfällt (verjährt)
NatWest (RBS) 4.1.2007-28.11.2011 0 (Geldbußenerlass)
Nomura 18.1.2011-28.11.2011 129 573 000 EUR
UBS 4.1.2007-28.11.2011 172 378 000 EUR
UniCredit 9.9.2011-28.11.2011 69 442 000 EUR
Portigon (WestLB) 19.10.2009-3.6.2011 0 (Geldbuße wurde auf 10 % des Umsatzes begrenzt)

Quelle: EU-Kommission

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