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Am 27. März luden die Compliance Praxis Netzwerkpartner Taylor Wessing und Austrian Standards in Kooperation mit der Compliance Praxis zum insgesamt 47. Netzwerktreffen in die Räumlichkeiten von Austrian Standards am Praterstern. Thema dieses Mal: Die Frage, ob Antikorruption als Compliance-Feld seine besten Zeiten schon gelebt hat, oder sie sich das Prädikat “brandaktuell” geben darf.

Die Antwort darauf, ob Antikorruption eher unter die Kategorie “alter Hut” oder “Hot Topic” fällt, ließ sich am hochkarätig besetzten Podium des 47. Compliance Netzwerktreffens rasch klären: Dr. René Wenk (Direktor des Landes-Rechnungshofes Burgenland), Dr. Charlotte Eberl (Compliance AGRANA Beteiligungs GmbH) sowie Oberstaatsanwalt Dr. Bernhard Weratschnig MBA, LL.M. (Gruppenleiter Wirtschaftskorruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA)) waren sich schon bei ihren Anfangs-Statements einig, dass das Thema Antikorruption, nicht zuletzt aufgrund der jüngsten, medial stark vertretenen Berichte, aktueller denn je ist. 


Bevor die angeregte Diskussion startete, begrüßten Dr. Peter Jonas (Austrian Standards), Mag. Kathrin-Theres Hagenauer (LexisNexis) sowie Mag. Martin Eckel (Taylor Wessing) die zahlreich erschienenen Gäste der Compliance Community. 


Historie der Korruptionsbekämpfung in Österreich ist noch jung

Dass in Österreich tatsächlich viel gegen Korruption getan wird, ist noch gar nicht so lange der Fall, so René Wenk, der zu Beginn der Diskussion einen kurzen historischen Rückblick auf die Korruptionsbekämpfung im öffentlichen Sektor in Österreich gab. Sein Fazit zum Status Quo: “Es würde bei der Korruptionsbekämpfung schon noch mehr gehen!”


Oberstaatsanwalt Weratschnig betonte die Wichtigkeit der Verfahrensdauer, an der man bei Korruptionsprozessen arbeiten müsse. Sie habe bislang im Hintergrund gestanden: “16 Jahre sind auf jeden Fall zu lange für einen solchen Fall wie den Fall rund um die BUWOG und den ehemaligen Finanzminister”. Auch das Thema der Änderung der Weisungsspitze sieht er als relevant an: Zwischen Geber und Empfänger bestehe eine nicht zu vernachlässigende Interessensgemeinschaft. 


Bernhard Weratschnig

“Die Korruptionsprävention ist eine komplexe Spielwiese.” 

Während René Wenk die Wichtigkeit einer qualitativen Risikoanalyse hervorhob, betonte Charlotte Eberl die Vorbildfunktion im Unternehmen und den “tone from the top” sowie den “Hausverstand”, der bei der Wahrnehmung von Korruption eine ebenfalls nicht zu verachtende Rolle spiele. 

Es gibt noch Luft nach oben

Fazit des Abends: Die “Message” muss noch ankommen: Die Zivilgesellschaft muss vor allem wissen, was korruptes Verhalten ausmacht und was nicht. Und dies gehe nur gemeinsam, sagt René Wenk.

rené Wenk

"Das Grundproblem ist trotzdem, dass vieles als normal angesehen wird, weil es in der Vergangenheit keine strafrechtliche Verfolgung gab."

Compliance Officer:innen sowie die Medien können hier als Mulitplikator:innen wirken, um Antikorruption besser in den Köpfen verankern zu können. “Wir sind auf Sie angewiesen, auf ihre kritische Sichtweise und dass man darüber berichtet”, so Bernhard Weratschnig. 


Charlotte Eberl

“Überall dort, wo es Menschen gibt, werden wir immer diese Themen haben und deswegen gibt es uns auch, dass wir diese Compliance-Systeme vorgeben...Man muss stets dafür kämpfen, dass das Gute siegt!”

Autoren

Christiane Jördens

Mag. Christiane Jördens Bakk.

Mag. Christiane Jördens, Bakk. hat Publizistik und Kommunikationswissenschaft an der Uni Wien studiert und bereits während ihres Studiums begonnen als Redakteurin, Texterin und Model zu arbeiten. A...