14. Oktober 2026
Korruption ist ein Phänomen, das alle Bereiche der Gesellschaft betrifft. Korruption schwächt die Chancengleichheit und das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in die Demokratie. Besonders junge Menschen finden sich bei Ihrem Eintritt ins Berufs- und Gesellschaftsleben oft mit wenig Orientierung wieder, wenn es darum geht, ob gewisse Handlungsweisen noch akzeptabel sind oder ob sie damit eine Grenze überschritten haben. Die frühzeitige Aufklärung über Korruption erweitert ihren Handlungsspielraum, damit sie die berufliche und politische Welt von morgen positiv mitgestalten können.
Das Anti-Korruptionsevent im Detail
Mit dem Anti-Korruptionsevent des Bundesamts zur Korruptionsprävention und Korruptionsbekämpfung, das unter der Initiative YOUTH4integrity stattfindet, werden junge Erwachsene für dieses Thema sensibilisiert und auf ihr späteres Berufsleben vorbereitet. Das Event richtet sich an Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe II, also ca. 16-18-Jährige. Interessierte Schulen können sich für den vierstündigen Workshop beim BAK bewerben. Zu Beginn eines Events werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer über das Phänomen Korruption und dessen gesellschaftliche Schäden aufgeklärt. Dann nehmen sie in kleineren Gruppen an drei Stationen teil, bei denen sich die Gelegenheit bietet, eigene Meinungen auszutauschen und Strategien zur Abwehr von Korruption auszuprobieren.
Aufklärung mit Workshopcharakter
Bei der Station „Aus dem Alltag eines Korruptionsermittlers“ begegnen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einer Kriminalpolizistin oder einem Kriminalpolizisten und lernen etwas über die Strafprozessordnung und die Zusammenarbeit von Staatsanwaltschaft und Polizei. Außerdem werden sie für Gefahren sensibilisiert, die ihnen unterkommen können, wenn sie im Berufsleben Geschenke annehmen und sich dadurch beeinflussen lassen oder erpressbar machen. Alternativ können zu dieser Station auch ein Vortrag zum Thema Integrität unter dem Titel „Would I – Should I?“ oder ein Workshop zur „Korruptionsbekämpfung im internationalen Bereich“ gewählt werden.
Weiters besuchen sie die Station „Korruptionsskala“, wo sie Situationen einschätzen und ihre Meinung diskursiv begründen müssen und die Station „Korruptionstheater“. Dort stellen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in einem improvisierten Theaterspiel ein Bewerbungsgespräch nach, bei dem es zum Versuch einer unlauteren Beeinflussung kommt. Wie sich das Gespräch ausgestaltet und welches Ergebnis am Ende erreicht wird, liegt ganz in der Hand der Schülerinnen und Schüler. Besonders interessant ist an dieser Stelle immer die Reaktion der Person, die im Fall einer Beeinflussung des Bewerbungsverfahrens einen Nachteil erdulden muss. Viele Schülerinnen und Schüler sagten in dieser Situation aus, wie ohnmächtig sie sich gegenüber den korrupten Akteuren fühlten.
Das Anti-Korruptionsevent ist in Oberstufenschulen, wie HAK, HTL und Gymnasien, sowie in Berufsschulen sehr beliebt. Im Jahr 2025 wurde ein neuer Rekord mit über eintausend erreichten Schülerinnen und Schülern aufgestellt. Eine Schülerin der Bundeshandelsakademie Wien 10 freute sich über die Urkunde als eintausendste Teilnehmerin.
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