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Vergeltung: Whistleblower im Visier?

Mobbing, Verbalattacken, zerkratzte Autos: Firmen haben zunehmend mit Vergeltungsaktionen gegen interne Hinweisgeber durch das Management, aber auch durch Kollegen zu kämpfen. Zu diesem Schluss kommt eine aktuelle Studie. Herrschen Unklarheiten darüber, was nach abgegebenen Hinweisen geschieht, verschärft sich das Problem.
Von Redaktion
22. Oktober 2012

Unternehmen haben zunehmend damit zu kämpfen, dass Mitarbeiter, die Missstände intern melden („Whistleblower“), von Vorgesetzten und Kollegen gemobbt werden. Dies hat eine Befragung unter Managern und Compliance-Verantwortlichen multinationaler Konzerne sowie Top-500-Firmen aus den USA durch den Compliance-Berater „Navex Global“ im September 2012 ergeben.

Der Studie zufolge informieren lediglich 15 Prozent der Organisationen ihre Mitarbeiter über interne Meldungen. Intransparenz darüber, was mit Hinweisen von Whistleblowern eigentlich geschieht, trägt ebenso zur Verschärfung des Problems bei, so die Studienautoren.

Weitere Ergebnisse der Befragung:

  • Immer mehr Angestellte berichten davon, dass Vergeltungsmaßnahmen aus dem Kollegenkreis kommen und nicht mehr nur von Vorgesetzten. Auf die Frage, wie die Studienteilnehmer Mobbing definieren, werden typischerweise Negativkommentare aus dem unmittelbaren Umfeld genannt, ebenso "soziale Ausgrenzung“ durch Kollegen und Manager.

  • 74 Prozent der Befragten sehen Trainings und bewusstseinsbildende Maßnahmen als wirkungsvollste Mittel, um das Mobbingproblem zu minimieren. Ebenso genannt wurden eine offenere Kommunikation zwischen Management und Belegschaft (45 Prozent) sowie eine verbesserte Unternehmenskultur (41 Prozent). Dass schärfere Disziplinarmaßnahmen etwas gegen Mobber ausrichten, glauben die wenigsten.

  • 35 Prozent der Befragten gaben an, dass Manager oder „High-Performer“, die sich an Vergeltungsaktionen beteiligten, nicht bestraft, gekündigt oder in anderer Weise diszipliniert wurden, sondern ein Coaching erhielten.

  • 39 Prozent der Umfrageteilnehmer sagten, dass Informationen von Whistleblowern in die Berichterstattung an den Vorstand Eingang finden.

„Es ist nicht genug, eine Whistleblower-Hotline anzubieten“, kommtentiert Shanti Atkins von Navex Global die Umfrageergebnisse: „Um eine auf Vertrauen begründete, positive Unternehmenskultur aufzubauen, müssen Organisationen ganz klar darüber informieren, wie das Management mit Hinweisen und Klagen umgeht. Es darf kein Geheimnis darum gemacht werden, was weiter geschieht, sobald ein Angestellter einen Missstand gemeldet hat.“

(KP)

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