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Studie: Unternehmen schützen ihr geistiges Eigentum schlecht

Eine aktuelle Befragung zum „Informationsrisiko“ kommt zum Ergebnis, dass Unternehmen in Deutschland und Europa nicht ausreichend auf Diebstahl und Spionage vorbereitet sind.
Von Redaktion
11. Juni 2012

Unternehmen schützen ihr geistiges Eigentum und ihre Betriebsgeheimnisse nicht ausreichend gegen Spionage und Diebstahl. Das ergab eine aktuelle Studie von Iron Mountain und PwC unter mittelständischen Unternehmen in Deutschland und Europa. Demnach verfügt nur knapp über die Hälfte der mittelständischen Unternehmen (56 Prozent) über Pläne zum Schutz von geistigem Eigentum und Betriebsgeheimnissen. Auf europäischer Ebene sieht es noch schlechter aus: Hier konnten nur 41 Prozent der Befragten eine positive Antwort geben.

Bedeutung von geistigem Eigentum unterschätzt

Über die Hälfte (54 Prozent) der insgesamt Befragten ist der Ansicht, dass der Schutz geistigen Eigentums und von Betriebsgeheimnissen weniger wichtig ist als die Sicherung von Kunden-, Mitarbeiter- und Finanzinformationen.

Das liegt laut den Studienautoren unter anderem daran, dass die Speicherung von Kunden- und Mitarbeiterdaten strengen Compliance-Richtlinien unterworfen sind, die Verwaltung von geistigem Eigentum und anderen Betriebsgeheimnissen hingegen gesetzlich nicht geregelt ist.

Pharmaindustrie zeigt größte Defizite

Von den untersuchten Branchen weist die Pharmaindustrie, in der geistiges Eigentum eine besonders große Rolle spielt, die größten Defizite auf: Weniger als ein Drittel (30 Prozent) beziehen geistiges Eigentum und Betriebsgeheimnisse in ihre Informationsrisiko-Management-Pläne ein. Die Branchen Finanzdienstleistungen (35 Prozent), Rechtswesen (38 Prozent), Fertigung (49 Prozent) und Versicherungen (57 Prozent) schnitten nur unwesentlich besser ab.

Mitarbeiter sensibilisieren

Darüber hinaus ergab die Studie, dass 26 Prozent der Unternehmen in Europa und 28 Prozent der deutschen mittelständischen Firmen den Hintergrund neuer Mitarbeiter nicht überprüfen und ihre Betriebsgeheimnisse dadurch möglicherweise zusätzlichen Gefahren aussetzen. Neue Mitarbeiter stellen einen potenziellen Risikofaktor für vertrauliche Geschäftsinformationen dar.

Die Studienautoren von Iron Mountain raten Unternehmen, Programme zur Sensibilisierung für das Thema Informationssicherheit und Datensicherung zu implementieren und dabei allen Mitarbeitern auf allen Hierarchieebenen eine passende Anleitung zu bieten. Zudem könnten Best Practices und Incentives für den vorbildlichen Umgang mit Informationen das allgemeine Bewusstsein für Informationssicherheit auf allen Hierarchieebenen erhöhen.

"Information Risk Maturity Index"

Gemeinsam mit der Studie zum Informationsrisiko wurde von PwC und Iron Mountain auch ein sogenannter „Information Risk Maturity Index“ erstellt, mit dem Unternehmen ermitteln können sollen, ob sie angemessen auf Informationsrisiken vorbereitet sind.
Weitere Informationen dazu stehen unter folgendem Link zur Verfügung: www.ironmountain.co.uk/risk-management

(PM, kp)

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