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Studie: KPMG befragte Aufsichtsräte

Risikomanagement, Finanzberichterstattung und der Einfluss staatlicher Maßnahmen zählen international zu den größten Sorgen der Aufsichtsräte. Das ergab die bereits zum fünften Mal veröffentlichte KPMG-Studie „International Audit Committee Member Survey“.
Von Redaktion
21. Dezember 2010

An der Studie nahmen rund 1.200 Audit-Committee-Mitglieder zu Fragen über aktuelle unternehmerische Herausforderungen Stellung.  Weltweit sind sich die Aufsichtsräte über die wichtigsten Anliegen an Aufsichtsorgane einig. Doch auch wenn sich in der internationalen Studie eindeutige Trends abzeichnen, gibt es doch signifikante Unterschiede im Ländervergleich. Österreichische Aufsichtsräte schneiden im internationalen Vergleich recht gut ab.

Österreich fokussiert auf Risikomanagement

Für knapp 70 Prozent der befragten Aufsichtsräte liegt das Hauptaugenmerk eindeutig auf Risikomanagement. Auch in Österreich (63 Prozent) wird dies als größte Herausforderung für Aufsichtsorgane gesehen. Dabei schätzen 69 Prozent der österreichischen Befragten ihr Risikomanagementsystem durchaus als robust ein. „Wie schnell ein Risiko schlagend werden kann und wie man sich davor am besten schützt, sind nach wie vor die größten Herausforderungen für Unternehmen“ erläutert Michael Ahammer, Geschäftsführer bei KPMG.

Finanzberichterstattung muss weiter verbessert werden

Die anhaltende wirtschaftliche Unsicherheit in Verbindung mit dem Ziel, die Betriebsergebnisse mit immer weniger Ressourcen zu steigern, setzen die Finanzberichterstattung und Compliance-Systeme unter beträchtlichen Druck. Prüfungsausschüsse sind daher besonders gefordert, die Aufsicht über die Integrität der Finanzberichterstattung sowie der Wirksamkeit der Internen Kontrollen zu halten. 75 Prozent der österreichischen Aufsichtsräte geben an, rechtzeitig und ausreichend über die Erträge und den Cash-Flow des Unternehmens informiert zu sein, und bescheinigen eine hohe Transparenz in der Kommunikation und im Informationsaustausch mit dem CFO und dem Abschlussprüfer. Nachholbedarf besteht allerdings beim Thema Updates über wichtige Entwicklungen. Ebenso herrscht eine gewisse Unzufriedenheit mit dem Risikofokus der Internen Revision.
Nahezu sicher sind sich die Aufsichtsräte hingegen, dass der Leiter der Internen Revision kontroverse Angelegenheiten, in die das Senior Management involviert ist, direkt an den Prüfungsausschuss berichtet.

Weltweite Bedenken über staatliche Regulierung

Ein weiteres wesentliches Thema stellt für Aufsichtsräte der Einfluss regulatorischer Maßnahmen auf Rechnungslegung, Compliance sowie Risiko- und Kontrollprozesse dar. Spitzenreiter hierbei sind die USA, Australien und Dänemark. Rund 45 Prozent der Befragten melden Bedenken an. Für österreichische Aufsichtsräte scheint dies ein weniger brisanter Punkt zu sein. Lediglich 13 Prozent halten die politische Einflussnahme für bedenklich.
Trotz der hohen Gesamtbewertung ihrer Effektivität – weltweit halten 76 Prozent der Befragten ihre Aufsichtsräte für effektiv – wird weiter nach Optimierungsmöglichkeiten gesucht. „Verbesserte Agenden im Prüfungsausschuss, ein besserer Informationsfluss, eine unabhängige Leitung sowie ein besseres Verständnis für die Unternehmensstrategie und damit verbundene Risiken könnten die Effektivität des Aufsichtsrates wesentlich erhöhen“ so Helmut Kerschbaumer, KPMG-Geschäftsführer.

Die wichtigsten internationalen Ergebnisse auf einen Blick:

  1. Die Rückkehr zu „Business as usual“ wird noch einige Jahre in Anspruch nehmen.

  2. Die Hälfte der Befragten geben an, dass der Prüfungsausschuss Kennzahlen bei der Überwachung des Unternehmens adäquat berücksichtige.

  3. Nur 40 Prozent sind der Meinung, dass das Risikomanagement des Unternehmens „robust und ausgereift“ sei.

  4. Viele bemängeln die Qualität der Informationen, die sie vom Management in zentralen Bereichen wie IT-, Betrugs- und Steuerrisiken erhalten.

  5. Nur 54 Prozent führen an, eine „Drilldown- Prüfung“ in großem Ausmaß vorzunehmen und wichtige Annahmen zu hinterfragen, wenn diese auf den wesentlichen Bilanzierungsbeurteilungen und -prognosen basieren.

  6. Der Einfluss politischer Initiativen auf Rechnungslegung, Compliance, Risiko- und Kontrollprozesse sind nach wie vor Anlass für ernste Besorgnis.

Die vollständige Studie finden Sie auf hier.

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