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Diskussion im „management club“ zum Thema Compliance

Am Dienstag diskutierten Compliance-Experten im „management club“ über das Thema „Governance Compliance“.
Von Redaktion
31. Januar 2013

Der management club lud Heidrun Schöfnagel, Compliance Officer der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG), Martin Walter, Compliance Officer der Telekom Austria AG (TA) und Heribert Donnerbauer, Rechtsanwalt und ehemaliger ÖVP-Justizsprecher sowie Mitverhandler des Antikorruptionsgesetzes aufs Podium, das Manfred Kainz moderiert wurde.

Walter: Klar sagen, was erlaubt ist

Martin Walter zeigte sich überzeugt, dass ein Unternehmen Integrität leben muss, d.h. als Teil der Gesellschaft nicht unlauter handeln darf. Dabei sollen die Unternehmensziele und der Unternehmenserfolg nicht mit dem Weg dorthin in Widerspruch stehen. Die Telekom Austria habe die eigene Vergangenheit aufgearbeitet und sich für die Zukunft aufgestellt. Dabei wurden klare und für alle Mitarbeiter nachvollziehbare Verhaltensregeln geschaffen, was erlaubt ist und was nicht. Nach einer Einführungsphase sei, so Walter, eine Sensibilisierung bereits deutlich spürbar. Ein internes Kontrollsystem helfe, frühzeitig Missstände aufzuzeigen und Fehlentwicklungen zu verhindern. Zusätzlich gebe es die Möglichkeit, offen oder anonymisiert, unlautere und korrupte Verhaltensweisen von Mitarbeitern und Vorgesetzten zu melden.

management club APA-Fotoservice Schedl.jpg, © management club/APA-Fotoservice/Schedl
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Im Bild v.l.n.r.: Mag. Manfred Kainz (Börsenkurier), Dr. Martin Walter (Director Group Compliance, Telekom Austria), Mag. Heidrun Schöfnagel (Compliance Officer, Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft), RA Mag. Heribert Donnerbauer (Präsident, Österreichischer Genossenschaftsverband)

Schöfnagel: Regeln mit der Belegschaft entwickeln

„Früher musste man sich die Dinge mit sich selbst ausmachen – heute geben Richtlinien Entscheidungshilfen“, stellte Heidrun Schöfnagel fest. Ihr ist es wichtig, dass Regeln nicht nur von der Führungsebene festgelegt werden, sondern diese auch aus der Belegschaft kommen und gelebt werden, wobei hier die Unternehmenskultur eine große Rolle spielt. Compliance sei speziell für die FFG seit jeher Thema, da man viele Fördergelder verteilt und in einem politiknahen Bereich agiert, sagte Schöfnagel. Durch innovative Lösungen könne man Korruption und Beeinflussung hintanhalten. So werden traditionell z.B. persönlich adressierte Weihnachtsgeschenke an FFG-Mitarbeiter bereits in der Poststelle abgefangen und in einer Tombola verlost. Geschenke über 100 Euro werden generell zurückgeschickt. Anonymisierte Hinweise hält sie für problematisch, wenn keine Rückfragemöglichkeit besteht, da damit Vernaderung und Mobbing entstehen könnten.

Donnerbauer: Strenge Gesetze richtig

Heribert Donnerbauer verteidigte die beschlossenen strengen Gesetze, da sie effiziente Kontrolle ermöglichen und Handlungsanleitungen in komplexen Organisationen bieten würden. „Insgesamt zahlt sich Korruption nicht aus, im Gegenteil – sie kostet der Volkswirtschaft sehr viel Geld“, sagte Donnerbauer. Was früher üblich war, sei heute sowohl rechtlich als auch gesellschaftlich geächtet. Die Bürgerinnen und Bürger müssten sich sicher sein, dass alle gleich behandelt werden und es sich nicht einige wenige richten können. Das Gesetz beschneide die Repräsentationspflichten von Politikern nicht, es stelle lediglich fest, was erwünscht ist und was nicht.

Kriminelle Handlungen können aber auch mit den strengsten Gesetzen nie ganz verhindert werden, waren sich die Diskutierenden einig.

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