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Bilanzmanipulationen: CSC zahlt 190 Mio. Dollar Strafe

Nach einem in Schieflage geratenen Großauftrag soll der IT-Konzern CSC seine Bilanzen heftig auffrisiert und Anleger getäuscht haben. Dafür büßen Unternehmen und Manager nun mit hohen Geldstrafen. Der Hauptverantwortliche hat dem Vergleich mit der US-Börsenaufsicht nicht zugestimmt.
Von Redaktion
08. Juni 2015

Die US-Börsenaufsichtsbehörde SEC (Securities and Exchange Commission) beschuldigt die Computer Sciences Corporation (CSC) sowie ehemalige Manager des amerikanischen IT-Konzerns der Bilanzmanipulation und der Verschleierung ernsthafter Probleme bei einem der wichtigsten Großaufträge des Unternehmens.

CSC hat daher am Freitag vergangener Woche einem Vergleich in Höhe von 190 Mio. US-Dollar zugestimmt. Fünf der acht beschuldigten Manager stimmten ebenfalls Vergleichen zu. So willigte der ehemalige CEO Michael Laphen in eine Ausgleichszahlung von 3,7 Mio. USD und eine Strafe von 750.000 USD ein, der ehemalige Finanzverantwortliche Michael Mancuso haftet mit 369.100 USD bzw. 175.000 USD. Die ehemaligen Finanzmanager Robert Sutcliffe, Edward Parker und Chris Edwards bekämpfen die Anklagen hingegen vor dem Bundesgericht in Manhattan.

Sutcliffe verantwortete als Finanzdirektor eben jenes milliardenschwere Projekt für den Nationalen Britischen Gesundheitsdienst (United Kingdom’s National Health Service, NHS), das der eigentliche Auslöser der Betrügereien gewesen war. Laut SEC hatte CSC mit dem Frisieren der Bilanzen und der Falschinformation von Investoren begonnen, als sich herausstellte, dass der NHS-Auftrag Verluste bringen würde, weil bestimmte Deadlines nicht eingehalten werden konnten.

Um den tiefen Einschnitt in die Gewinne des Unternehmens nicht dokumentieren zu müssen, soll Sutcliffe Phantasieposten in die Buchungsmodelle eingefügt haben. So sollen die Profite künstlich in die Höhe getrieben worden sein, ohne dass dafür ein realer Hintergrund bestanden hätte. Mit der Zustimmung von CEO Laphen verheimlichte CSC dann weiter die negativen finanziellen Auswirkungen, die durch die Verzögerungen in der Auftragserfüllung entstanden. Die Gewinnprognosen basierten nicht auf den geltenden Verträgen mit dem NHS, sondern mit einer in Verhandlung befindlichen, geplanten Neufassung.

Tatsächlich wies der NHS aber mehrfach das Ansinnen von CSC zurück, höhere Preise für geringere Gegenleistungen zu akzeptieren. Indem die Berechnungsmodelle auf diese erfolglosen Vorschläge gegründet wurden, vermied es CSC, signifikante Einnahmenverluste in den Jahren 2010 und 2011 ausweisen zu müssen. Laphen und Mancuso gaben auch öffentlich Statements zum NHS-Großauftrag ab, welche die Investoren über die tatsächlich schlechte Performance in dem Projekt hinwegtäuschen sollten.

„Wenn Unternehmen mit wesentlichen Schwierigkeiten in ihren Geschäftsfeldern konfrontiert sind, müssen sie und ihre Top-Manager diese Informationen den Investoren offen mitteilen“, so SEC-Direktor Andrew J. Ceresney. „Die scharfen Sanktionen gegen das Unternehmen sowie CEO und CFO in diesem Fall spiegeln unseren Willen wider, solches Fehlverhalten energisch zu verfolgen und zu bestrafen.“

(Quelle: SEC/ KP)

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