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Austromed stellt ihren neuen Compliance-Kodex zur Diskussion

Die Interessensvertretung der Medizinprodukte-Hersteller, Austromed, hat über ihren neuen Verhaltenskodex mit Ärzten, Juristen und Vertretern der Krankenanstalten diskutiert.
Von Redaktion
27. Oktober 2017

Bei der Entwicklung neuer Medizinprodukte arbeiten Hersteller, Ärzte und Anwender eng zusammen. Für den Know-how-Transfer sei dies unumgänglich und sogar gesetzlich vorgeschrieben, heißt es in einer Aussendung der Austromed, welche die Interessen der Medizinprodukte-Branche in Österreich vertritt. Da diese Beziehungen sehr sensibel seien, habe die Austromed mit der Neufassung ihres Verhaltenskodex klare Regeln aufgestellt, denen sich alle Mitgliedsunternehmen unterwerfen müssen.

Im Rahmen einer Informationsveranstaltung wurde das neue Regelwerk mit Vertretern der Ärztekammer, des Wiener Krankenanstaltenverbundes und einer Rechtsexpertin diskutiert.

Der Geschäftsführer der Austromed, Philipp Lindinger,  sagte, der Kodex erfülle die Grundsätze der Trennung, Transparenz, Ausgewogenheit, Dokumentation und Außenwahrnehmung. Man müsse aber realistisch sein, so Lindinger: „Ein Kodex kann nicht von einem Tag auf den anderen das Verhalten einer ganzen Branche ändern. Für die Austromed ist es nun wichtig, als Botschafter und Bewusstseinsbildner zu agieren und alle Beteiligten im Gesundheitssektor über die neuen Regeln zu informieren.“

Strenge Regel, aber Spielraum für Augenmaß und Hausverstand

Der neue Austromed-Kodex bezieht sich inhaltlich u.a. auf die Bestimmungen des Strafrechtsänderungsgesetzes und des „Code of Ethical Business Practice“ der Europäischen Dachorganisation „MedTech Europe“.

Monika Ploier, Rechtsanwältin: „Zentraler Punkt jedes Kodex ist es, dass er die Zusammenarbeit nicht unterbindet. Das ist mit dem Austromed-Verhaltenskodex gelungen. Er ist zwar streng gefasst, lässt aber einen Spielraum für Augenmaß und Hausverstand.“

Karlheinz Kux, Rechtsanwalt und Compliance Officer der Ärztekammer, sieht Compliance-Richtlinien als sehr wichtig an und gab in seinem Impulsreferat vor allem Tipps, wie man in den Unternehmen die neuen Regeln optimal anwendet. Gleichzeitig gab er zu bedenken, dass zu viele Vorschriften dazu führen können, dass sich Mitarbeiter damit nicht mehr identifizieren können. Kux: „Regeln müssen so aufgebaut sein, dass sie von den Mitarbeitern gekannt und verstanden werden. Ein Überborden an Vorschriften führt dazu, dass die betroffenen Personen diese nicht mehr einhalten können und das innere Wertesystem verloren geht. Für Compliance Officer ist daher die Anwendbarkeit der Regeln ein Hauptthema. Vor allem am Beginn sollten die Medizinprodukte-Unternehmen ihre Mitarbeiter mehr begleiten als kontrollieren, wodurch deren Eigenverantwortung geschärft werden kann.“

Auch Stefan Dorner, Vertreter des Wiener Krankenanstaltenverbundes, sieht im Austromed-Kodex eine wichtige Basis für die Zusammenarbeit mit der Medizinprodukte-Branche: „Wie die Medizinprodukte-Branche haben auch wir klare Vorgaben, die sukzessive weiterentwickelt werden und einen gemeinsamen Rahmen bieten.“

In der abschließenden Diskussion mit Branchenvertretern zeigte sich, dass viele Unternehmen intern sogar noch strengere Regeln anwenden, als sie vom Gesetz oder vom Kodex vorgegeben sind.

(Quelle: Austromed)

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