Navigation
Seiteninhalt
"Lieferkette und Geschäftspartnerprüfung - CS3D - Burden or Chance?" lautete das große Thema, dem das 45. Compliance Netzwerktreffen gewidmet war. Die Compliance Praxis lud gemeinsam mit den Netzwerkpartnern Taylor Wessing, Austrian Standards und PwC zum Event. Großes Fazit des Abends: Now is the time! Jetzt anfangen!

Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um sich als Unternehmen auf die CSDDD vorzubereiten, denn sie wird schon in naher Zukunft bindend, auch wenn sie "nur" schrittweise ausgerollt bzw bindend wird. KMU sind in vielen Fällen Geschäftspartner und damit auch bald indirekt von der Corporate Sustainability Due Diligence Directive betroffen.

Mag. Maria Theresa Lein, Nachhaltigkeitsexpertin der Industriellenvereinigung mit Sitz in Brüssel, stand stellvertretend für die Industriellenvereinigung am Podium und sprach vom so genannten "green deal", von welchem derzeit überall in den Medien die Rede ist. Sie sieht bei den Unternehmen aktuell viel Planlosigkeit, wenn es um die CSDDD geht und fordert deshalb ein Gesetz, das für alle Unternehmen gut umsetzbar und damit zumutbar ist. Sie empfiehlt allen Unternehmen, ihre Zertifizierungen zu teilen, Informationen auszutauschen und wirklich compliant zu sein. Denn Falschinformationen "fallen auf einen zurück".

Mag. Barbara Coudenhove-Kalergi MA, hat ihr Spezialgebiet im Bereich Sustainability & ESG. Sie arbeitet im Management Team bei PwC. Auch sie sieht jetzt den richtigen Zeitpunkt für betroffene Unternehmen, die "Risikobrille aufzusetzen" und damit sowohl Wertschöpfungskette als auch das Lieferkettennetzwerk einer rigiden Analyse zu unterziehen. Denn im Normalfall zeigt sich die Lieferkette nicht als strahlend schöne "Perlenkette", sondern viel eher als "Spaghetti-Haufen", der nicht wirklich gut strukturiert und transparent ist. Trotzdem erachtet sie das Ziel der CSDDD als essenziell, denn "niemand möchte an Menschenrechtsverletzungen beteiligt sein". Ein risikobasierter Ansatz ist schon ein "guter Ansatz" als erster Schritt hin zu einem nachhaltig orientierten Unternehmen im Sinne der CSDDD.

Rechtsanwalt Mag. Martin Eckel, LL.M. von Taylor Wessing, brachte beim 45. Compliance Netzwerktreffen den rechtlichen Aspekt in die Lieferketten-Thematik ein: Ihm zufolge ist die Europäische Kommission sehr strikt, weshalb man den Punkt der zivilrechtlichen Haftung stärker beachten sollte. Ebenfalls wichtig auf dem Schirm zu haben, wenn man sich als Unternehmen mit den rechtlichen Punkten der CSDDD befasst, sind der kartellrechtliche Schadensersatz, Beweislast, Offenlegungspflichten, Verjährungspflichten sowie Verbandsklagen. Denn mögliche Sanktionen sind nicht unerheblich.

Großes Fazit des Abends: "Jetzt anfangen!" Um für die CSDDD (Corporate Sustainability Due Diligence Directive) gut gewappnet zu sein, bedarf es einer guten Vorbereitung: "Wie setzt man die CSDDD sinnvoll um?"

Mit dieser Frage beendete das Podium den offiziellen Teil des Abends. Denn jetzt sind genau die Unternehmen mit ihren Ideen und ihren Erfahrungen an der Reihe, um gemeinsam einen Fahrplan zu gestalten, der für alle zum richtigen Ziel führt.

Autoren

Christiane Jördens

Mag. Christiane Jördens Bakk.

Mag. Christiane Jördens, Bakk. hat Publizistik und Kommunikationswissenschaft an der Uni Wien studiert und bereits während ihres Studiums begonnen als Redakteurin, Texterin und Model zu arbeiten. A...