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In den Compliance News vom 31. Juli nimmt diesmal das Thema der Cybersecurity viel Raum ein, denn im Oktober steht die NIS2 ins Haus, die viele Firmen betrifft. Auch am ESG-Markt tut sich etwas: Das deutsche Start-Up Osapiens holt mit seiner überzeugenden ESG-Plattform die US-Bank Goldman Sachs ins Boot.

Cybersecurity

Kürzlich kam es zu globalen IT-Ausfällen. Die Auswirkungen waren massiv: Betroffen waren Regierungseinrichtungen und Unternehmen in vielen unterschiedlichen Branchen (Banken, Krankenhäuser, Medienunternehmen, Flughäfen etc). Kern der Misere war ein einziger Anbieter von Software-Sicherheitslösungen, der weltweit, bei allen Kunden das selbe fehlerhafte Software Update einspielte. Dies führt nur zu gut vor Augen, dass immer länger und komplexer werdende Lieferketten dazu führen, dass die Cybersecurity besser ausgebaut werden muss.

Lukas Feiler ist Partner und Leiter des IP- und IT-Teams bei Baker McKenzie Wien. Er widmet sich gemeinsam mit Rechtsanwaltsanwärterin Silvia Grohmann in einem aktuellen Blogartikel für den Standard dem Thema und erklärt, dass die die NIS2 und das NISG 2024 Unternehmen in Zukunft dazu verpflichten, die eigene Lieferkette abzusichern. Das bedeutet für Unternehmen, Sicherheitsrisiken in der Lieferkette zu erkennen und die entsprechenden Maßnahmen im Anwendungsbereich des NIS2 zum Schutz zu ergreifen, denn das NISG 2024 wird spätestens nach der bevorstehenden Nationalratswahl beschlossen werden.

Mit der EU-Richtlinie NIS2 gibt es ab Oktober eine neue Cybersecurity-Richtlinie, die tausende Firmen betrifft. Wichtige Fragen und Unklarheiten rund um das Thema NIS2 waren nun Gegenstand einer eigenen Presse-Schwerpunktwoche "Cybersecurity" mit diversen Kooperationspartner:innen.

Whistleblowing

In einem Schreiben verspricht das Vorstandsteam des Gesundheitsunternehmens Vamed seinen Mitarbeiter:innen Amnestie, wenn sie Informationen preisgeben, die von innerbetrieblichem Missverhalten handeln. Dies lässt Vamed natürlich nicht in einem allzu guten Licht da stehen, macht jedoch gleichzeitig deutlich, dass Compliance in Unternehmen immer wichtiger wird. Marlon Possard lehrt und forscht als Habilitand (Assistant Professor/Postdoc) am Department für Verwaltung, Wirtschaft, Sicherheit und Politik und am Research Center Administrative Sciences (RCAS) an der FH Campus Wien und beleuchtet in seinem Artikel für den Standard das Thema Whistleblowing sowie die damit einhergehenden gesetzlichen Bestimmungen des nationalen HinweisgeberInnschutzgesetzes (kurz HSchG). (Standard)

Vor einigen Tagen ist in der Presse ein Artikel zum Thema Pilnacek-Kommission erschienen, in der das Justizministerium sich gegen den Vorwurf wehrt, die Kommission sei illegal gewesen

Die sogenannte Pilnacek-Kommission habe nicht nur inhaltlich „ein Wunschkonzert für Alma Zadić“ ergeben. Das Gremium hätte so erst gar nicht eingerichtet werden dürfen, lautet der Vorwurf von Ex-Justizminister Dieter Böhmdorfer und Wolfgang Fellner, ehemaliger Sektionschef im Justizministerium. In einem Gastkommentar für das „Presse“-Rechtspanorama hatten die beiden sich deutlich gegen die Kommission ausgesprochen. Das von der Grünen Alma Zadić geführte Justizministerium entgegnet jedoch, dass allen gesetzlichen Vorgaben entsprochen wurde. Der Streit dreht sich konkret um einen Punkt im Bundesministeriengesetz. (Presse)

ESG

Die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde ESMA (European Securities and Markets Authority) hat ein Statement zur Verbesserung des Regulierungsrahmens für ein nachhaltiges Finanzwesen veröffentlicht, in der etwaige langfristige Verbesserungen in den Fokus rücken. Sie schlägt vor, die EU-Taxonomie als einzige Referenz für Nachhaltigkeit zu verwenden. Des Weiteren soll man Finanzprodukte offenlegen und kategorisieren sowie ESG-Datenprodukte regulieren und ausführliche Branchen- und Verbraucher:innentests durchführen, um eine Eignung für Privatanleger:innen ausforschen zu können. (ESG News)

Ein deutsches ESG Start-Up aus Mannheim hat nun die US-Bank Goldman Sachs ins Boot geholt. 110 Millionen Euro investiert die US-amerikanische Bank in das Unternehmen Osapiens, das sich nun am weltweiten Markt für ESG Compliance einen Namen machen möchte. Osapiens betreibt eine ESG-Plattform, die dabei hilft, die Lieferkette transparenter zu machen, CO2-Emissionen zu tracken und so auch zu minimieren und die eigenen Pflichten zur Nachhaltigkeitsberichterstattung einzuhalten. Osapiens zählt eigenen Angaben zufolge 1300 Kunden in 60 Ländern, was einem Zuwachs von fast 500 Prozent innerhalb eines Jahres entspricht. Zum Kundenpool zählen ua C&A, DM, Ritter Sport, Bosch und Continental. In Nordamerika verwendet Coca-Cola die Plattform dazu, die Routenplanung idealer zu gestalten und damit auch Emissionen einsparen zu können. (Handelsblatt)

Autoren

Christiane Jördens

Mag. Christiane Jördens Bakk.

Mag. Christiane Jördens, Bakk. hat Publizistik und Kommunikationswissenschaft an der Uni Wien studiert und bereits während ihres Studiums begonnen als Redakteurin, Texterin und Model zu arbeiten. A...