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Compliance-Verfahren um „Bild“-Chef Julian Reichelt

Axel Springer, Mutterkonzern der deutschen Boulevard-Tageszeitung „Bild“, untersucht derzeit Hinweise auf mögliche Compliance-Verstöße von Chefredakteur Julian Reichelt, der beurlaubt ist.
Von Redaktion
15. März 2021

Dies teilte die Axel Springer SE am Samstag mit. Um eine sowohl zügige als auch sorgfältige unabhängige Aufklärung sicherzustellen, hat das interne Compliance-Management externe Experten hinzugezogen. Hierbei werde ergebnisoffen in alle Richtungen recherchiert und die Glaubwürdigkeit und Integrität aller Beteiligten bewertet. Die Untersuchung ist noch nicht abgeschlossen.

Zwischen Gerüchten und Beweisen unterscheiden

Axel Springer habe „immer und sehr grundsätzlich zu unterscheiden zwischen Gerüchten, Hinweisen und Beweisen“, heißt es in einer Pressemitteilung. Und weiter: „Wenn aus Gerüchten über andere Personen konkrete Hinweise von Betroffenen selbst werden, beginnt das Unternehmen – wie im aktuellen Fall – sofort mit der Aufklärungsarbeit. Wenn aus Hinweisen Beweise werden, handelt der Vorstand. Diese Beweise gibt es bisher nicht. Auf Basis von Gerüchten Vorverurteilungen vorzunehmen, ist in der Unternehmenskultur von Axel Springer undenkbar.“

Julian Reichelt, Vorsitzender der Bild-Chefredaktionen und Sprecher der Bild-Geschäftsführung, weist die Vorwürfe zurück. Um eine ungestörte Aufklärung sicherzustellen und die Arbeit der Redaktion nicht weiter zu belasten, hat er den Vorstand darum gebeten, bis zur Klärung der Vorwürfe befristet von seinen Funktionen freigestellt zu werden. Die Freistellung ist inzwischen erfolgt.

Die Führung der Redaktion übernimmt für diesen Zeitraum Alexandra Würzbach, Chefredakteurin „Bild am Sonntag“ und Mitglied der Chefredaktion der Bild-Gruppe.

Breites Medienecho

In Deutschland haben die Vorwürfe gegen den Chefredakteur der reichweitenstärksten Tageszeitung ein breites Medienecho hervorgerufen. Unter anderem greift „Der Spiegel“ den Fall in einem Beitrag mit dem Titel „Vögeln, fördern, feuern“ auf, gegen den Reichelt seinerseits rechtlich vorgehen will.

Das Branchenmagazin Horizont legt in einem Hintergrundbericht nahe, das Compliance-Verfahren könnte maßgeblich von „Gegnern“ Reichelts angestoßen worden sein und richte sich auch gegen die grundsätzliche publizistische Ausrichtung der Bild-Zeitung unter seiner Ägide.

Quelle: Axel Springer SE

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