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„Maestoso Fantasca“: Spanische Hofreitschule strafft Compliance-Regeln

Die Spanische Hofreitschule will künftig internationale Compliance-Standards erfüllen. Anlass für die Kurskorrektur sind Interessenkonflikte um ein Pferd des ehemaligen Aufsichtsratsvorsitzenden.
Von Redaktion
23. Januar 2022

Ihr ehemaliger Aufsichtsratsvorsitzende hat die Spanische Hofreitschule vor Kurzem in die Schlagzeilen gebracht: Der Ankauf, die Einstellung bei den Lipizzanern, die Ausbildung zum Schulhengst sowie Reitunterricht des Privatpferdes seiner Tochter hatte für Vorwürfe gesorgt, dass in der Wiener Traditions-Institution gegen Compliance-Regeln verstoßen worden sei.

Nun hat die Hofreitschule per Presseaussendung angekündigt, künftig die höchsten internationalen Compliance-Standards anwenden zu wollen, „um der Stellung als weltbekannte und öffentliche Institution gerecht zu werden“.

Gleichzeitig erfolge die Überarbeitung der seit Jahren bestehenden Geschäftsordnungen der Geschäftsführung und des Aufsichtsrates, um Regelverstöße und Interessenkonflikte für die Zukunft absolut auszuschließen.

Hintergrund

Am 17. November 2021 hat das zuständige Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus die von ihm entsandten Kapitalvertreter des Aufsichtsrates und die Geschäftsführung der Hofreitschule um lückenlose Aufklärung ersucht. Diese haben daraufhin mit dem Ziel, auf Basis der Prüfberichte die weitere Vorgangsweise festzulegen, eine Rechtsanwaltskanzlei und Wirtschaftsprüfer beauftragt, die wirtschaftlichen und rechtlichen Aspekte des Verfahrens mit dem Hengst „Maestoso Fantasca“ in Bezug auf Interessenkonflikte und Compliance-Regeln zu klären.

Die Berichte liegen nun vor und werden in die angelaufene Gesamtrevision seitens des Ministeriums einfließen.

Sonja Klima: „Compliance, die höchsten Anforderungen entspricht“

„Als Schlussfolgerung der Angelegenheit des Privatpferdes ‚Maestoso Fantasca‘ ist es aus meiner Sicht essenziell, dass die Geschäftsordnung der Hofreitschule angesichts ihrer weltweiten Reputation zukünftig eine Compliance praktiziert, die höchsten internationalen Anforderungen entspricht und über den gesetzlichen Vorgaben liegt“, so Sonja Klima, seit März 2019 Geschäftsführerin der Spanischen Hofreitschule. „Gleichermaßen nehme ich die Kritik und Empfehlungen des jüngsten Rechnungshofberichts aus dem Zeitraum 2014 bis 2018 hinsichtlich des Einsatzes und des Wohlergehens der Schulhengste ernst, um sie einerseits, soweit unzutreffend, zu korrigieren, andererseits konsequent weiter zu optimieren.“

Mit dieser Vorgangsweise kämen die Geschäftsführung und der Aufsichtsrat ihrer Verantwortung für die einzigartige, seit 457 Jahren bestehende, weltweit bekannte Reitinstitution sowie gegenüber dem Eigentümer und den Mitarbeitern nach, heißt es in der Presseaussendung abschließend. Die Prüfung strafrechtlich relevanter Aspekte obliege den zuständigen Behörden.

Quelle: APA OTS

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