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Whistleblowing: Millionenbelohnung für Hinweisgeberin

GlaxoSmithKline zahlt 750 Millionen Dollar wegen jahrelanger Schlamperei bei der Herstellung von Medikamenten in einer Fabrik auf Puerto Rico. Die Hinweisgeberin erhält eine  Belohnung von 96 Millionen USD.
Von Redaktion
12. November 2010

Cheryl Eckard, ehemalige Qualitätsmanagerin des britischen Pharmariesen GlaxoSmithKline (GSK), erhält eine Belohnung von 96 Millionen USD, weil sie ihren ehemaligen Arbeitgeber wegen vertuschter Missstände bei den Aufsichtsbehörden angezeigt hat. Diese Summe ist bisher der höchste Betrag, der jemals für Whistleblowing zugesprochen wurde. Nach acht Jahren Rechtsstreit stimmte GSK dem Vergleich mit dem US-Justizministerium zu und wird wegen der Herstellung und des Verkaufs von verfälschten Arzneimitteln eine Buße von 750 Millionen Dollar bezahlen.

Gravierende Mängel

Das Geschehen ereignete sich in einer Fabrik in Cidra, Puerto Rico, wo GSK mehrere Produkte herstellte. Dazu zählten eine antibiotische Salbe für Babies und Medikamente gegen Übelkeit und Erbrechen, sowie Diabetes-Medikamente und Antidepressiva. Eckard leitete das Team, das die Fabrik, in der offenbar über Jahre hinweg chaotische Zustände geherrscht hatten, im August 2002 überprüfte. Die Qualitätskontrolle ergab eine lange Mängelliste: So etwa fanden Konsumenten Tabletten unterschiedlicher Medikamente oder Stärke in derselben Verpackung. Arzneimittel wurden in einer unsterilen Umgebung hergestellt, das Wasser war mit Mikroorganismen verunreinigt, die chemische Zusammensetzung der Tabletten nicht korrekt. Nach ihrer Rückkehr von der Reise informierte Eckard ihre Vorgesetzten in einem detaillierten Bericht über die Mängel – und erhielt keine Antwort. Neun Monate später verlor sie ihren Arbeitsplatz. Kurz darauf kontaktierte sie die amerikanische Arzneimittelaufsicht FDA und enthüllte ihr Insiderwissen – „zum Schutz von Patientinnen und Patienten“, wie sie sagt.

Große emotionale und finanzielle Belastung

Nach Abschluss des Verfahrens äußerte sich Cheryl Eckard erleichtert: „Es ist schwierig, eine solche Situation finanziell und emotional zu überstehen. Ich habe alle meine Freunde verloren, weil sie ehemalige Arbeitskollegen waren. Es war ein sehr schwieriger Prozess, aber das war es mir wert.“

Mag. Manuela Taschlmar

Autoren

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