Systemische Korruption

Von systemischer Korruption spricht man, wenn alle Ebenen des Staatsapparates sowie dessen Schlüsselinstitutionen von informellen Netzwerken (etwa auf » Günstlingswirtschaft und » Protektionismus basierenden Strukturen) durchzogen sind und Korruption dadurch stark institutionalisiert ist. Korruption ist dann systemisch, wenn sie zudem auch Routine ist. In diesem Fall ist die Höhe der Geldbeträge nebensächlich, da vor allem die Regelmäßigkeit von beispielsweise der Forderung nach Bestechungsgeldern durch Beamte ausschlaggebend ist. Diese Gelder und entsprechende Gegenleistungen fließen sowohl von unteren in obere Staatsebenen und vom öffentlichen in den privaten Bereich als auch in umgekehrter Richtung. Die informellen Normen sind in der Bevölkerung bekannt und man fügt sich ihnen nicht zuletzt aufgrund der Allgegenwärtigkeit von Korruption. An der Spitze eines derart korrumpierten Staates steht eine ebenso korrupte Staatsführung. Siehe hierzu auch » Großkorruption.