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Die Due Diligence kann das betriebliche Wachstum unterstützen

Häufig werden Begriffe wie Due Diligence, Risikoaversion und Risikobewertung als Produktivitätshindernis verstanden. In der Realität trägt jedoch der Umgang mit Drittrisiken durch das Einpflegen von Due Diligence und Risikobewertungen dazu bei, ein erfolgreiches Wachstum sicherzustellen. Auch wenn Due Diligence kein Universalprozess ist, der immer passt, kann es sehr hilfreich sein, ihn genauer zu betrachten: Was macht eine effektive Due Diligence aus, welche kritischen Schritte müssen Organisationen gehen, und welche Tools werden bei der Implementierung eines Prozesses den individuellen Bedürfnissen gerecht?

Tatsache ist, dass die Welt kleiner geworden ist. Rund um die Uhr besteht die Möglichkeit, dass Nachrichten und soziale Medien sich in irgendeiner Weise auf das Anlegervertrauen auswirken.

  • Im November 2016 wurde der französische Bauriese Vinci Opfer einer Zeitungsente, die dazu führte, dass der Aktienwert um 19 Prozent abstürzte1 .
  • Verbrauchererwartungen für Lieferungen am selben oder nächsten Tag haben für Händler in den USA2  und Großbritannien zu einem Anstieg logistischer Risiken geführt.
  • Berichte von NGOs beschreiben zahlreiche Risikofaktoren, die Organisationen angesichts gesetzlicher Bestimmungen der USA, Großbritanniens und der EU sowie des Drucks von Anlegern und Aktionären berücksichtigen müssen, um Probleme wie moderne Sklaverei3 , Bestechung und Bestechlichkeit anzugehen.

Das Tempo geschäftlicher Abläufe hat zugelegt. In dessen Folge ist auch der Risikograd gestiegen, dem Organisationen jeglicher Größe ausgesetzt sind. Das kann zu verstärkter Risikoaversion führen, die wiederum ein Hemmschuh für eine Organisation sein kann. Der Vorstandsvorsitzende der HSBC warnt vor der zunehmenden Gefahr, dass Mitarbeiter zu risikoscheu4  vorgehen, weil sie Repressionen für Fehler fürchten.

Was ist eine effektive Due Diligence?

Laut Definition ist Due Diligence die Sorgfalt, die ein vernünftiger Mensch oder eine Organisation unter bestimmten Umständen aufwendet, um Schaden für sich selbst oder andere zu vermeiden. Organisationen müssen Risiken entschärfen, indem sie mit der gebotenen Sorgfalt vorgehen, bevor sie mit Kunden, Partnern, Lieferanten oder Dritten interagieren, aber auch, bevor kostenintensive und/oder kritische Maßnahmen ergriffen werden.

Es macht keinen Unterschied, ob Sie neue Geschäftsbeziehungen aufnehmen, in neue Märkte expandieren, den Emissionsprospekt für einen Börsengang erstellen, eine Sicherheitsüberprüfung Dritter durchführen oder sich einfach Anlagemöglichkeiten anschauen – Sie brauchen die korrekten Informationen und Einblicke, um die risikoärmsten Entscheidungen zu treffen. Eine gute Due Diligence erlaubt es Ihnen und Ihren Partnern, aktuelle und zukünftige Risiken zu bewerten.

Während Finanzdienstleistungen beziehungsweise Bankgeschäfte schon seit Jahren ein gründliches Onboarding voraussetzen, hat die Globalisierung das Risiko für ein erheblich größeres Feld von Branchen erhöht. Unternehmen kommen nicht mehr umhin, sich eingehend mit den Operationen internationaler Kunden, Geschäftspartner, Distributoren, Vermittler, Berater und Einzelpersonen vertraut zu machen, bevor Offshore-Transaktionen getätigt, formelle Unternehmenspartnerschaften etabliert werden oder man sich mit internationalen Anlagen bindet. Weltweit realisieren Organisationen – und zwar nicht nur solche, die bisher typischerweise als Hochrisikokandidaten betrachtet wurden –, dass ein belastungsfähiger, transparenter und nachvollziehbarer Prozess zur Risikominderung Grundvoraussetzung für eine proaktive Intervention ist. Eine der Schlüsselkomponenten eines Due-Diligence-Programms ist ein belastbarer, geregelter Monitoring- und Evaluierungsprozess.

Die folgenden Fragen sollte sich eine Organisation entsprechend den jeweiligen situativen Risiken stellen:

  • In welchen Ländern ist die Organisation geschäftlich tätig, wo sind die Geschäftskontakte ansässig?
  • Kommen ausländische Gesetze wie der Modern Slavery Act, California Transparency Act, Bribery Act, US Foreign Corrupt Practices Act zur Anwendung?
  • Wie hoch sind die absehbaren Risiken bei einer Geschäftsbeziehung mit dem fraglichen Unternehmen?
  • Sind politisch exponierte Personen (PEP) in die Beziehung involviert?
  • Wie umfangreich waren die Nachforschungen zum Unternehmen – gab es negative Berichte, strittige Forderungen oder ähnliches?
  • Wer sind die eigentlichen wirtschaftlichen Eigentümer?

Klar ist, dass sich diese Fragen allein per Online-Recherche nur schwer beantworten lassen. Mehr Auskunft geben Sanktions-, Beobachtungs-, Compliance-Listen, Nachrichtenmeldungen und Unternehmensprofile, die eventuell aber nicht zugänglich oder durchsuchbar sind.

Jedes Unternehmen sollte überlegen, welches Screening für das jeweilige Projekt oder größere Arbeitsprogramm nötig ist und erwägen, welche internen wie externen Risiken bestehen und welche Lösungen für sie die richtigen sein könnten.

Bei der Evaluierung von Lösungen für die Durchführung von Due-Diligence-Maßnahmen sollten Tools

  • ein sicheres, kostenwirksames Case-Management mit entsprechenden Workflow-Lösungen bieten,
  • das Screening und Monitoring neuer und bestehender Kunden, Vermittler, Lieferanten und Dritter im Abgleich mit Beobachtungslisten, PEPs, Negativmeldungen und internen unternehmenseigenen Beobachtungslisten vereinfachen,
  • eine Risikoklassifizierung von Kunden oder Dritten mithilfe eines risikobasierten Ansatzes (entsprechend den Faktoren geografische Exposition, Verhalten, Aktivität, Entstehung der Kundenbeziehung, fehlende Dokumente usw.) vornehmen,
  • tägliche Screening-Resultate und -Berichte erfassen, um Red Flags zu identifizieren, die eine Notwendigkeit einer erhöhten Due Diligence für bestimmte Einheiten signalisieren,
  • unbegrenzt manuelle Namensprüfungen im Abgleich mit Sanktions-, Interpol- und PEP-Listen sowie internen schwarzen Listen durchführen,
  • umfassende Berichte und Audit-Daten generieren, die für die Erfüllung gesetzlicher Auflagen wichtig sind

Die Unterstützung geschäftlichen Wachstums ist ein starker Anreiz, Due Diligence zu implementieren. Eine effektive Risikominderungsstrategie minimiert nicht nur die negativen Auswirkungen auf Operationen, Lieferketten und sonstigen Geschäftsbeziehungen. Sie kann Organisationen auch dazu befähigen, eine wichtige Rolle für den wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Fortschritt zu spielen.

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Quellen

1 Fake Vinci press release sends shares down 19%, Financial Times
2 The drive for same-day delivery: emerging risks for retailers, Property Casualty 360, 28.09.2017
3 Risk Averse, Corporate Responsibility
4 HSBC chairman Douglas Flint warns of 'danger' in staff becoming risk-averse, Financial Times

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